Biber breitet sich immer mehr aus und das führt zu Problemen

Freiberg - Der Elbebiber breitet sich in Mittelsachsen aus und das führt immer wieder zu Problemen.

Der Biber breitet sich immer mehr in Mittelsachsen aus. (Symbolbild)
Der Biber breitet sich immer mehr in Mittelsachsen aus. (Symbolbild)  © kwiktor/123 RF

Wie das Landratsamt Mittelsachsen mitteilte, sind in der Kartiersaison 2019/2020 insgesamt 14 neue Reviere hinzugekommen. Seit der ersten Erfassung 2012/13 sind nun 125 Reviere in Mittelsachsen bekannt. Allerdings seien nicht immer alle besetzt. "Geschätzt gibt es 220 bis 245 Tiere im Landkreis", heißt es in der Mitteilung.

Der Elbebiber verbreitete sich über die Zwickauer und die Freiberger Mulde, die Zschopau, Chemnitz, Jahna, Flöha, Bobritzsch und Striegis in Mittelsachsen.

In der vergangenen Saison wurde erstmals ein kompletter Verbau eines Fließgewässers 1. Ordnung mit einem Biberdamm festgestellt. "Bis dato waren die Biberreviere allesamt ohne ein solches Bauwerk genutzt worden - wohl deshalb, weil die Fließgeschwindigkeiten in diesen Gewässern sehr hoch ist", so die Experten.

Die Folge eines Biberdamms sind unter anderem, dass zum Beispiel landwirtschaftliche Nutzflächen überflutet werden. Aber nicht nur an größeren Gewässern gibt es Probleme mit dem Nager, sondern inzwischen auch an Nebengewässern. Der Wasserstand kleinerer Flüsse und Bäche ist wegen der Trockenheit der vergangenen Jahre weniger gesichert als bei den größeren Gewässern.

An diesen Stellen entstehen oft regelrechte Dammsysteme, die ein hohes Konfliktpotential bergen.

Video zeigt Flug über Biberrevier

Landkreis sucht ehrenamtliche Helfer

Ein Baumstamm mit Biber-Bissspuren. (Symbolbild)
Ein Baumstamm mit Biber-Bissspuren. (Symbolbild)  © kwiktor/123 RF

"Der Hauptschwerpunkt der Konflikte liegt jedoch im nördlichen Bereich des Landkreises. Konflikte entstehen beispielsweise durch eingeschränkte Nutzbarkeit von Kleinkläranlagen, Unterspülungen von Straßenkörpern, Bahntrassen oder Gehwegen sowie deren Unterhöhlungen durch Erdbaue oder Röhren. Auch die sogenannten Verklausungen in Fließgewässern durch Ansammlung von Schwemmgut (zum Beispiel vom Biber ins Gewässer eingetragene Äste) stellen manchmal ein Problem dar."

Bei Bibern handelt es sich um eine streng geschützte Art. Wenn es aber Schäden an Grundstücken oder Anlagen gibt, oder Schäden drohen, kann die Untere Naturschutzbehörde eingreifen. "Ziel ist es, nicht nur das Tier und seinen Lebensraum sowie die daraus abzuleitenden geltenden artenschutz- sowie gebietsschutzrechtliche Bestimmungen zu betrachten, sondern auch vorausschauend potentielle Konflikte zwischen Mensch und Tier zu vermeiden."

Die immer stärkere Ausbreitung der Biber macht es nötig ein Bibermanagement zu erstellen, durch das die Tiere, ihr Lebensraum sowie die daraus abzuleitenden geltenden artenschutz- sowie gebietsschutzrechtliche Bestimmungen betrachtet werden können und vorausschauend Konflikte erkannt werden.

Die Erfassung erfolgt durch ehrenamtliche Biberkartierer. "Auch wenn die bisher bereits tätigen Biberkartierer sehr aktiv sind, so steigt der Kartierungsbedarf weiter, da mit der fortschreitenden Ausbreitung immer mehr Gewässer kontrolliert werden müssen." Aus diesem Grund werden stets weitere Helfer gesucht. 

Titelfoto: kwiktor/123 RF, kwiktor/123 RF

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