Gut versteckte Vogel-Kolonien: Forscher entdecken wilde Vorfahren der Haustaube

Äußere Hebriden (Großbritannien) - Die Felsentaube gilt als Vorfahre der domestizierten Haustaube. Nun wurden einige wilde Kolonien der Tiere auf schottischen Inseln entdeckt.

Sonnenuntergang an der Küste von Barra, der größten Insel im Süden der Äußeren Hebriden.
Sonnenuntergang an der Küste von Barra, der größten Insel im Süden der Äußeren Hebriden.  © spumador71/123RF

Wilde Exemplare der Felsentaube kommen heute eigentlich nur noch in Eurasien und Afrika vor.

Entsprechend überrascht waren Forscher, als sie ein paar kleinere Populationen der Taubenvögel auf den Äußeren Hebriden vorfanden.

"Dies ist die erste genomische Studie, die beweist, dass es nicht domestizierte Felsentauben gibt, die relativ isoliert von anderen wilden Tauben sind", sagte einer der Wissenschaftler gegenüber dem Guardian.

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"Das war eine ziemliche Überraschung. Es ist sehr aufregend. Ich schätze, Orte wie die Äußeren Hebriden sind weit genug von Städten entfernt, sodass es dort einen geringeren Genfluss gibt", so der Experte.

Die schottischen Felsentauben leben in Meereshöhlen und alten Ruinen. Zu sehen, wie ganze Schwärme von ihnen aus ihren Nestern hin zu den saftigen Blumenwiesen fliegen, sei ein wunderbares Erlebnis, sagte der Tierforscher.

Felsentauben sehen auf den ersten Blick genauso aus wie gewöhnliche Tauben. Der Unterschied liegt darin, dass das Gefieder von Felsentauben eine geringere Farbenpracht aufweist und oft weitgehend einheitlich daherkommt.

Schlafende Taube am Strand: Felsentauben unterscheiden sich nur hinsichtlich ihres Phänotyps geringfügig von Haustauben.
Schlafende Taube am Strand: Felsentauben unterscheiden sich nur hinsichtlich ihres Phänotyps geringfügig von Haustauben.  © martin117212/123RF

Es wird angenommen, dass Felsentauben vor 5000 bis 10.000 Jahren erstmals domestiziert wurden. Die Vögel dienten als Nahrungsquelle oder wurden als Brieftauben eingesetzt.

Die Wissenschaftler des Oxford-Forschungsteams hoffen nun darauf, dass ihre Schlussfolgerungen die Erforschung möglicher wilder Steintauben-Populationen in anderen Teilen der Welt anregen werden.

Titelfoto: spumador71/123RF, martin117212/123RF

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