Tierpark-Drama: Schaf-Mama von Besuchern totgefüttert

Halle (Saale) - Traurige Nachrichten aus dem Tier- und Freizeitpark "Goldberg" in Halle. Heidschnucke Maja ist dort gestorben, nachdem sie von Besuchern trotz Verbotsschildern gefüttert wurde - so lange, bis sie starb. 

Tierpfleger Mike Rebarz muss die Lämmer mit Flasche und Spritze aufziehen..
Tierpfleger Mike Rebarz muss die Lämmer mit Flasche und Spritze aufziehen..  © Dreifilm

Obwohl der Park aktuell wie die meisten anderen Einrichtungen für Besucher geschlossen ist, kamen Unbekannte, um die Tiere zu füttern, obwohl mit Schildern eindeutig davon abgeraten wird. 

Heidschnucke Maja wurde das jetzt zum Verhängnis. "Sie war extrem aufgebläht, wurde offenbar mit falschen Dingen gefüttert", vermutet Tierparkleiter Sebastian Werner (43) traurig: "Wenige Stunden später war sie tot."

Besonders tragisch: Maja ist erst kürzlich Mama geworden. Ihre Jungtiere Karline und Detlef sollten eigentlich von einer Tante angenommen werden, daraus wurde aber nichts. 

Somit müssen die Waisenkinder jetzt von Sebastian Werner und Tierpfleger Mike Rebarz großgezogen werden. Doch die spezielle Lämmer-Aufzichtmilch, die frisch angemischt werden muss, kam nicht so gut an. "Detlef wollte erst gar nicht, für ihn mussten wir eine Spritze füllen. Und dann haben wir viele, viele Aufsätze probiert. Aber jetzt haben wir offenbar den richtigen gefunden", so der Chef.

Viermal täglich bekommen die Lämmer warme Milch, möglichst sollen die Geschwister jeweils 100 Milliliter trinken."Meistens ist es aber weniger. Leider", sagt Rebarz. Die Pfleger schätzen, dass die Jungtiere "zu 60 Prozent" durchkommen und überleben.

Der Betrieb im Tier- und Freizeitpark "Goldberg" wird normalerweise von 65 vom Jobcenter vermittelten Helfern aufrecht erhalten. Durch die Corona-Pandemie sind es aktuell nur noch 23 Freiwillige. Doch schließen kann der Park nicht. "Wir haben hier 240 Tiere zu versorgen. Wir hoffen auf Spenden und positive Entscheidungen der Behörden", gibt Sebastian Werner zu. 

Titelfoto: Dreifilm

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