"Immer wieder erschütternd": So viele Tiere werden in Hamburg ausgesetzt

Hamburg - Nach dem Ende der Sommerferien zieht der Hamburger Tierschutzverein (HTV) eine traurige Bilanz für die vergangenen Wochen. 

Ein Hund schnüffelt im Tierheim an der Hand eines Pflegers. (Symbolbild)
Ein Hund schnüffelt im Tierheim an der Hand eines Pflegers. (Symbolbild)  © Christoph Schmidt/dpa

Zwischen dem Ferienbeginn am 25. Juni und Ferienende am 5. August mussten insgesamt 156 mutmaßlich ausgesetzte Tiere im Tierheim Süderstraße aufgenommen werden. 

"Es ist immer wieder erschütternd, wie skrupellos Halterinnen und Halter mit den ihnen anvertrauten Tieren umgehen. Dass Ferien oder Urlaub einen höheren Stellenwert haben als die Versorgung des eigenen Schutzbefohlenen, ist mir unbegreiflich", betont die 1. HTV-Vorsitzende Janet Bernhardt. 

Sie appelliert: "Wenigstens den Gang in das nächstgelegene Tierheim sollte ein Mensch unternehmen, der sein Tier nicht mehr versorgen kann oder möchte, um Schlimmeres zu verhindern und damit seiner Verantwortung gerecht zu werden." 

Schon vor Beginn der Sommerferien berichtete der HTV über besonders erschütternde Tieraussetzungen.

Tiere auszusetzen wird bestraft!

Eine Katze sitzt in ihrem Käfig im Tierheim. (Symbolbild)
Eine Katze sitzt in ihrem Käfig im Tierheim. (Symbolbild)  © Kay Nietfeld/dpa

Neben den ausgesetzten Tieren wurden während der Hamburger Sommerferien zusätzlich 98 Tiere von ihren Halterinnen und Haltern im Tierheim abgegeben.

Generell appelliert der HTV eindringlich an alle Menschen, die ihr Tier nicht mehr halten können, dieses Familienmitglied im Tierheim abzugeben. Eine persönliche Abgabe sei nicht nur eine Frage des Anstands und Respekts, sondern erleichtere auch die Vermittlung, indem die Tierpfleger und -pflegerinnen möglichst viel über Verhalten und Neigungen des Tieres erfahren können.

Gemäß § 3 Abs. 3 Tierschutzgesetz (TierSchG) sei es außerdem verboten, ein im Haus, Betrieb oder sonst in Obhut des Menschen gehaltenes Tier auszusetzen oder es zurückzulassen, um sich seiner zu entledigen oder sich der Halter- oder Betreuerpflicht zu entziehen.

Unerheblich sei dabei, ob durch das Aussetzen eine konkrete oder abstrakte Gefahrenlage für das Tier entsteht. So erfülle grundsätzlich auch das Anbinden am Tierheimtor den Tatbestand des Aussetzens. Das Aussetzen sei eine Ordnungswidrigkeit und könne gemäß § 18 Abs.1 Nr.4 TierSchG mit einer Geldbuße bis zu 25.000 Euro bestraft werden.

Im Einzelfall, so wenn das Tier durch die Aussetzung zu Tode kommt, handele es sich sogar um eine Straftat gem. § 17 TierSchG. Diese könne mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden.

Titelfoto: Christoph Schmidt/dpa

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