Hamburger Tierversuchslabor soll jetzt doch nicht gegen Gesetz verstoßen haben

Hamburg - Die Hamburger Verbraucherschutzbehörde wirft dem Tierversuchslabor LPT im Stadtteil Neugraben keine Verstöße gegen das Tierschutzgesetz mehr vor.

Ein Hund verendet qualvoll nach einem Versuch im LPT.
Ein Hund verendet qualvoll nach einem Versuch im LPT.  © Soko Tierschutz e.V.

"Am Standort Neugraben in Hamburg hat es keine strafrechtlich verfolgbaren tierschutzrechtlichen Verstöße bei LPT gegeben", erklärte eine Sprecherin der Behörde am Freitag. 

Dem Labor sei im Februar die Erlaubnis zur Tierhaltung entzogen worden, weil dessen Leitung auch für den Standort in Mienenbüttel (Niedersachsen) zuständig gewesen sei.

Der Landkreis Harburg hatte im Januar die Erlaubnis zur Tierhaltung für diesen Standort von LPT widerrufen. Zuvor hatten Tierschützer im Oktober über die Misshandlung von Hunden und Affen in Mienenbüttel berichtet. 

Mehrere Tausend Menschen nahmen daraufhin an zwei großen Demonstrationen in Hamburg teil. Die Staatsanwaltschaft Stade leitete Ermittlungen ein, die noch andauern.

Bereits im Juli entschied das Oberverwaltungsgericht Hamburg, dass der Widerspruch von LPT gegen die Anordnung der Verbraucherschutzbehörde aufschiebende Wirkung habe. Daraufhin erlaubte die Behörde wieder die Tierhaltung am Standort Neugraben, allerdings unter der Auflage einer personellen Neuordnung (TAG24 berichtete).

Senat wiederholt die Vorwürfe nicht

Das Tierversuchslabor LPT in Hamburg darf wieder öffnen. (Archivbild)
Das Tierversuchslabor LPT in Hamburg darf wieder öffnen. (Archivbild)  © Bodo Marks/dpa

In dem Rechtsstreit hatte die Behörde noch schwere Vorwürfe gegen LPT erhoben. In seinem Beschluss schrieb das Oberverwaltungsgericht: "Bei Vor-Ort-Kontrollen am Standort von LPT in Hamburg am 21. und 28. Oktober sowie am 25. November 2019 stellten Bedienstete der Verbraucherschutzbehörde Sachverhalte fest, die mehrfache und teilweise schwerwiegende Verstöße gegen tierschutzrechtliche Anforderungen darstellen."

Konkret genannt wurden nicht genehmigte Tierversuche an sogenannten Überschusstieren sowie Mängel bei der Dokumentation der Versuche und der Schulung der Mitarbeiter.

In einer Antwort auf eine Anfrage der CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Sandro Kappe und Dennis Thering wiederholte der Senat diese Vorwürfe Anfang September nicht. 

Er erklärte lediglich: "Die tierschutzrechtlichen Anordnungen an die Firma LPT aus dem Februar 2020 erfolgten aufgrund der Vorkommnisse am Standort Mienenbüttel in Niedersachsen".

Titelfoto: Soko Tierschutz e.V.

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