"Happy Ent" nach Kükenfund: Familienzusammenführung geglückt!

Leipzig - Nachdem vergangenen Monat in der Innenstadt mehrere Entenküken gefunden worden waren, konnte diese kleine Familie jetzt wieder vereint werden.

Die Familienzusammenführung ist geglückt, die Küken wieder vereint.
Die Familienzusammenführung ist geglückt, die Küken wieder vereint.  © Lutz Brose

Ende Mai entdeckte eine junge Frau vor dem Einkaufszentrum Höfe am Brühl zwei Entenküken. Sie rettete die beiden vor dem drohenden Berufsverkehr am Goerdelerring und versuchte in der Folge und zuerst erfolglos herauszufinden, wer in einem solchen Falle zuständig ist (TAG24 berichtete).

Kurz zuvor am selben Tag ist ein weiteres Entenküken allein in dem Shopping-Center herumgewatschelt. Ein Ladenbesitzer brachte es zu Stephan Lademann, der ehrenamtlich eine Auffangstation für Enten am Saale-Leipzig-Kanal betreibt.

Der sogenannte Leipziger Entenpapa zählte nach einem Hinweis von TAG24 eins und eins zusammen, beide Funde mussten aus der gleichen Brut stammen. Die Entenmama konnte nicht mehr ausfindig gemacht werden.

Finderin von städtischer Seite allein gelassen

Nach vielen Umwegen konnten die drei Entenkinder am Pfingstsonntag gegen 17 Uhr endlich wieder vereint werden. Bei der Familienzusammenführung waren auch die Finderin und die Chefin des Neuen Tierschutzvereins Leipzig e.V. anwesend, die sich beide so sehr für die kleine Entenfamilie eingesetzt hatten.

Daniela Strothmann, Vorsitzende des Vereins, organisierte die vorübergehende Unterbringung der Tiere, nachdem die junge Frau von städtischer Seite keine Hilfe erhalten hatte. Es sei schade, dass viele Finder keiner Unterstützung von offiziellen Stellen bekommen, so Frau Strothmann.

Schwerpunkt des Vereins, der erst im vergangenen September gegründet wurde, ist die Organisation von Bildungsangeboten zum Thema Tierschutz. In den letzten Monaten haben es sich die Mitglieder zur Aufgabe gemacht, eine Notfalliste mit Pflegestellen für Haustiere. von erkrankten Besitzern zu erstellen.

Ente gut, alles gut!

Der als Leipziger Entenpapa bekannte Stephan Lademann kümmert sich für die nächsten Wochen um die Küken.
Der als Leipziger Entenpapa bekannte Stephan Lademann kümmert sich für die nächsten Wochen um die Küken.  © Lutz Brose

Und wie geht es jetzt mit der kleinen Entenfamilie weiter?

Wie Stephan Lademann TAG24 verriet, werden die drei Geschwister nun für die nächsten zehn bis zwölf Wochen bei ihm im Hausboot leben und so weit aufgepäppelt bis sie sich der großen, weiten Welt allein stellen können.

Am Ende ihrer Zeit bei ihm werden sie bereits ein paar Nächte in einem großen Außengehege verbringen, das er extra zu diesem Zwecke gebaut hat. So sollen sie sich an die Nächte in freier Wildbahn gewöhnen.

Wenn sie dann von Mitarbeitern des Zoos beringt worden sind, werden sie in die Natur entlassen.

Wie auch in der ZDF-Sendung Drehscheibe zu sehen ist, scheint das Dasein als Entenpapa ein Fulltime-Job zu sein. Stephan Lademann, der außerdem Betreiber einer Motorbootvermietung ist, kümmert sich derzeit um 25 junge Enten aus fünf verschiedenen Familien.

Titelfoto: Lutz Brose

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