Horrende Strafe droht, weil Mann einen Baby-Wal rettet

Gold Coast (Australien) - Um Haie vom Strand fernzuhalten und das Fortbestehen anderer Arten an der australischen Küste zu sichern, wurden lange Schutznetze im Netz aufgehangen. Doch darin verwickelte sich nun ein Wal-Baby.

Mit diesem kleinen Boot fuhr Django zu dem Baby-Wal und befreite ihn.
Mit diesem kleinen Boot fuhr Django zu dem Baby-Wal und befreite ihn.  © Screenshot/Envoy Cull

Ein Mann namens Django sah das hilflose Wal-Jungtier nur knapp unter der Meeresoberfläche treiben. Eine Flosse verfing sich im Hai-Schutznetz, berichtete er gegenüber den australischen ABC News.

Django, der seinen Nachnamen nicht den Medien nennen wollte, sprang ohne zu zögern ins Wasser und versuchte, den kleinen Wal zu befreien.

Der Mann hatte zwar ein Messer dabei, um das Netz aufzuschneiden. "Aber ich musste es nicht wirklich benutzen", erzählte er dem TV-Sender. "Im Grunde habe ich ihn nur da raus entwirrt."

Als das Tier wieder frei war, fuhr Django mit seinem Boot weiter. Dann begegneten ihm Angestellte der Fischereiinspektion.

Die Beamten drohten dem Mann mit empfindlichen Strafen. Immerhin bis zu 26.690 australische Dollar (umgerechnet knapp 16.000 Euro) werden für das Zerschneiden von Hai-Schutznetzen fällig.

Das Video der Befreiungsaktion

Hai-Schutznetze böten kaum Schutz vor Haien

"Ja, ich hatte Ärger, aber es war fair genug", sagte Django ABC News weiter. Die genau angedrohte Strafhöhe verschwieg der Mann jedoch.

Er erklärte dem Nachrichtensender weiter, dass er schon lange Zeit tauchen gehen würde und dabei feststellte, dass solche Schutznetze kaum etwas bringen. 

"Haie schwimmen einfach um sie herum", erläuterte der Wal-Retter.

Strafe für Wal-Rettung abgewendet

Zwei Wale schwimmen vor der Küste Madagaskars. (Symbolbild)
Zwei Wale schwimmen vor der Küste Madagaskars. (Symbolbild)  © 123RF/Konstantin Kalishko

Das Fischereiministerium erklärte am Donnerstag: "Um klar zu sein, die Aktion, die wir Anfang dieser Woche gesehen haben, war rücksichtslos und völlig unnötig." Doch eine Strafe soll plötzlich nicht mehr fällig sein, wie ABC News weiter berichtete. Es konnte kein Verstoß gegen die "Queensland Boating and Fisheries Patrol" festgestellt werden.

In einer Crowdfunding-Kampagne sammelten unbekannte zuvor bereits über 16.000 australische Dollar (umgerechnet etwa 14.670 Euro), um für Djangos Strafe aufzukommen. Diese Summe soll nun an Organisationen gespendet werden, die sich für Wale einsetzen.

Der Minister nutzte die Aufmerksamkeit, die diese ganze Angelegenheit in Australien erzeugte, um darauf hinzuweisen, dass es gefährlich sei, Wale zu befreien.

"Es ist wichtig, dass die Menschen den Fachleuten erlauben, ihre Arbeit unter solchen Umständen zu erledigen", erklärte Minister Mark Furner.

Er suche weiterhin im Moment nach Alternativen zu den Hai-Schutznetzen und stellt für die Entwicklung eine Million australische Dollar (über 9,17 Millionen Euro) zur Verfügung.

Titelfoto: Screenshot/Envoy Cull

Mehr zum Thema Tiere:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0