Hund, Schwein, Ziege & Co.: Diese Zeitgenossen tun Patienten tierisch gut

Arnsdorf (Landkreis Bautzen) - Ob Bruno, Berta oder Pepe: Im Krankenhaus Arnsdorf setzt man zu Therapiezwecken auf tierische Hilfe! Schweine, Ziegen, Kaninchen, Wellensittiche - sie alle helfen den Patienten dabei, schneller gesund zu werden und wieder zurück in einen geregelten Alltag zu kommen. Verantwortlich dafür ist auch Ergotherapeutin Cindy Bech (33). Sie leitet die tiergestützte Therapie im Krankenhaus seit einem Jahr.

Cindy Bech (33) und ihr Hund Pepe (12) helfen gemeinsam den Patienten in Arnsdorf, unter anderem durch Spaziergänge im Wald. Während der Therapiestunden mit Betroffenen gilt übrigens auch Maskenpflicht.
Cindy Bech (33) und ihr Hund Pepe (12) helfen gemeinsam den Patienten in Arnsdorf, unter anderem durch Spaziergänge im Wald. Während der Therapiestunden mit Betroffenen gilt übrigens auch Maskenpflicht.  © Eric Münch

"Vor gut fünf Jahren wurde hier im Arnsdorfer Krankenhaus angefangen, ein eigenes Tiergehege aufzubauen", erzählt Bech. "Hier leben rund 20 Tiere, unter anderem die Schweine Bruno und Berta, sowie unsere Ziegen."

Täglich verbringt Bech gemeinsam mit Patienten der Einrichtung viel Zeit bei den Tieren. "Die Patienten gehen mit den Tieren auf Spaziergänge oder streicheln sie einfach nur, manche helfen auch mit bei der täglichen Pflege und misten zum Beispiel den Ziegenstall aus." Der Kontakt mit Tieren helfe extrem bei ihrer Arbeit.

"Wir haben hier vorrangig depressive Patienten oder Borderline-Betroffene", so Bech.

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"Durch die Tiere bringen wir Normalität in den Alltag zurück. Die Patienten fühlen sich durch die Mithilfe hier gebraucht. Sie lernen wieder, sich um sich und ihren Alltag zu kümmern und Verantwortung zu übernehmen."

Tiere haben positive Wirkung auf Menschen

Die Ziegen haben im Tiergehege ihren eigenen Stall und sind beliebt bei den Patienten.
Die Ziegen haben im Tiergehege ihren eigenen Stall und sind beliebt bei den Patienten.  © Eric Münch

Dass Tiere eine positive Wirkung auf die Psyche von uns Menschen haben, wurde in Studien mehrfach untersucht und belegt.

"Und das machen wir uns einfach zunutze", sagt Bech, die seit 15 Jahren als Ergotherapeutin arbeitet und eine zweijährige Zusatzausbildung in Leipzig am Institut für "Hund-Mensch-Beziehungen".

Denn: Auch ihr eigener Hund Pepe (12), ein Labrador-Retriever, ist täglich mit ihr und den Patienten unterwegs. Auf die Idee diese zusätzliche Ausbildung zu machen kam die zweifache Mutter kurz nach dem Berufseinstieg.

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"Vor zwölf Jahren habe ich Pepe zu mir geholt und konnte ihn mit in die Praxis nehmen, in der ich damals gearbeitet habe. Die Patienten haben immer sehr positiv auf ihn reagiert, manche haben sogar extra angerufen vor einem Termin, um zu fragen, ob Pepe da ist. Da dachte ich mir, dass man diesen Ansatz auch zu Therapiezwecken gut nutzen könnte."

Manchmal haben die Tiere auch "frei"

Schwein Bruno bringt so manchen Patienten zum Lachen und somit auf andere Gedanken.
Schwein Bruno bringt so manchen Patienten zum Lachen und somit auf andere Gedanken.  © Eric Münch

Die Tiere im Arnsdorfer Tiergehege müssen übrigens nicht "arbeiten", wenn sie nicht in Stimmung dafür sind. "Natürlich schauen wir uns täglich vor den Therapiestunden die Tiere an und reagieren auf die Bedürfnisse unserer tierischen Helfer", so Bech.

Wenn Berta, Bruno und Co. also mal lieber für sich sind, haben sie frei.

Titelfoto: Eric Münch

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