2,50 Euro: Gerichtsvollzieher beschlagnahmen Hunde und verkaufen sie online

Kiew (Ukraine) - In der Ukraine scheint es gängige Praxis zu sein, Hunde zu beschlagnahmen und im Internet zu verkaufen. Doch nun wird Kritik daran laut.

Dieser Hund wurde für 75 ukrainische Griwna angeboten. Umgerechnet sind das gerade einmal etwas mehr als 2,50 Euro.
Dieser Hund wurde für 75 ukrainische Griwna angeboten. Umgerechnet sind das gerade einmal etwas mehr als 2,50 Euro.  © Screenshot/setam.net.ua

In der Ukraine läuft es fast so, wie in Deutschland. Wenn jemand Schulden hat, kommt nicht selten der Gerichtsvollzieher bei demjenigen vorbei und kassiert verschiedenes Hab und Gut ein.

Doch in dem osteuropäischen Staat landen auch immer wieder Hunde bei den Gerichtsvollziehern, die ihre beschlagnahmten Waren online auf einem staatlichen Auktionsportal anbieten.

Wie der britische Rundfunksender BBC berichtete, pendeln sich die Startgebote bei den Hunden häufig im zweistelligen Bereich ein. Doch manchen Vierbeiner gibt's auch schon für umgerechnet 2,50 Euro zu kaufen.

Ein Abgeordneter der Opposition, Oleksiy Honcharenko (39), findet das Vorgehen wegen Schulden oder Insolvenzen zu rabiat. Es soll bereits vorgekommen sein, dass die Haustiere in der Auktion verkauft wurden, nur um einen Monat Nebenkosten der Wohnung zu bezahlen.

"Gerichte sollten ihre Hände von unschuldigen Hunden nehmen", schrieb Honcharenko auf Facebook

Sein Posting wurde über 100 Mal geteilt und erhielt überwiegend zustimmende, wütende Reaktionen.

Leben in der Ukraine teuer

Ein Hund wartet im Zwinger auf seine Versteigerung. (Symbolbild)
Ein Hund wartet im Zwinger auf seine Versteigerung. (Symbolbild)  © 123RF/David Tadevosian

Doch der Justizminister des Landes, Denis Malyuska, erklärte BBC: "Wir müssen wirklich Tiere von ihren Besitzern beschlagnahmen. Obwohl sie wegen der Insolvenz ihrer ehemaligen Besitzer genommen werden, stellt sich oft heraus, dass es das Beste ist, weil Haustiere nicht mehr gut versorgt werden können."

Das Leben wird in der Ukraine nämlich stetig teurer. Zuletzt konnten die Erhöhungen der Rente nicht mehr denen der Gaspreise standhalten. 

Ein Abgeordneter der Regierungspartei von Präsident Volodymyr Zelensky (42) riet deshalb auch schon einer Rentnerin, ihren Hund zu verkaufen. Diese verfiel sofort in Rage und fing laut BBC einen Kampf an.

Nicht selten soll auf dem Auktionsportal vorkommen, dass die Vierbeiner von Verwandten der Betroffenen gekauft und wieder an die Verschuldeten zurückgegeben werden.

Der Justizminister prüft nun, ob es möglich ist, das Beschlagnahmen von Hunden zu beenden. Er selbst wolle jetzt aber noch auf diesem Weg einen Vierbeiner kaufen und ein besseres Leben ermöglichen.

Titelfoto: 123RF/David Tadevosian

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