Hund und Kind: Die wichtigsten Regeln für mehr Harmonie

Deutschland - Ein Hund kann für das Familienleben und die Entwicklung des Kindes unglaublich bereichernd sein. Dennoch sollten im Umgang zwischen Hund und Kind einige Verhaltensregeln gelten, um auch in angespannten Situationen für ein friedliches Zusammenleben zu sorgen.

Hund und Kind im Alltag: Das ist zu beachten

Hunde und Kinder können ein gutes Team sein - wenn einige wichtige Verhaltensregeln beachtet werden.
Hunde und Kinder können ein gutes Team sein - wenn einige wichtige Verhaltensregeln beachtet werden.  © Unsplash / Alicia Jones

Besonders in Zeiten, in denen sich Kinder viel zu Hause aufhalten, wirkt der Hund als Spielgefährte nahezu ideal. 

Schnell kann es in der Freude am Spiel passieren, dass Körpersprache und Signale des Hundes falsch gedeutet werden und die Situation eskaliert. 

Im schlimmsten Fall wird das Kind gebissen oder anderweitig vom Hund bedroht.

Das muss nicht sein und lässt sich mit einem sozialisierten Haustier gut vermeiden. Zumindest solange sich Hund, Kind und Halter an einige grundlegende Regeln im Alltag halten.

Zunächst sollten sich Eltern und Hundehalter klar machen, dass kein Hund als "Familienhund" geboren wird. Stattdessen kostet die Hundeerziehung und Gewöhnung an Kinder viel Zeit und Arbeit. Keinesfalls sollten Hundehalter davon ausgehen, dass sich ihr Vierbeiner ganz von allein gut mit Kindern versteht oder ein neues Baby bedingungslos akzeptiert.

Auch kann von keinem Hund der Welt verlangt werden, dass dieser sich alles gefallen lassen muss. Er braucht nicht zu akzeptieren, dass das Kind ihn als Spielzeug verwendet, knuddelt und auf Trab hält, wenn ihm nicht danach ist.

Erwachsene sollten daher stets die Signale ihres Hundes deuten und ihm im Zweifel den nötigen Freiraum verschaffen, wenn sich der Umgang zwischen Hund und Kind in eine ungewünschte Richtung entwickelt.

Für den Alltag mit Hund und Kindern gibt es daher einige Regeln zu beachten, die für alle Familienmitglieder gleichermaßen gelten.

Warnzeichen des Hundes verstehen

Dieser Hund hat definitiv keine Lust, spazieren zu gehen. 
Dieser Hund hat definitiv keine Lust, spazieren zu gehen.  © Unsplash / Vidar Nordli-Mathisen

Eines sollte jedem Hundehalter bewusst sein: Solange der Hund die Möglichkeit hat, sich einer ungemütlichen Situation zu entziehen, wird er diese auch nutzen. 

Werden die Signale des Hundes jedoch nicht verstanden oder fälschlicherweise als harmlos interpretiert, bleibt dem Hund oft nichts anderes übrig, als seine Zähne zu benutzen. 

Hundebisse - vor allem durch den eigenen Hund - sind somit selten auf schlechtes Verhalten, sondern vielmehr auf eine Panikreaktion des Hundes zurückzuführen. 

Hier sind einige Tipps, an denen man erkennt, dass sich ein Hund gerade unwohl fühlt:

  • er legt die Ohren an und zieht die Rute ein
  • er duckt sich und/oder möchte sich in eine Ecke verkriechen
  • er leckt sich unruhig das Maul
  • er will den Raum verlassen oder Abstand erzeugen
  • er fletscht die Zähne
  • er knurrt

Zeigt der Hund eines oder gleich mehrere dieser Anzeichen, sind Hundehalter und Eltern dazu verpflichtet, die Situation zu deeskalieren. Das geht am einfachsten, indem Hund und Kinder voneinander separiert werden, z.B. in unterschiedliche Räume gehen.

Umgang mit dem Hund: Regeln für Kinder

Schlafende Hunde soll man nicht wecken - das gilt besonders für Kinder!
Schlafende Hunde soll man nicht wecken - das gilt besonders für Kinder!  © Unsplash/Joshua Chun

So zeitig wie möglich sollte Kindern vermittelt werden, dass sie respektvoll mit Hunden umgehen. Da es jedoch vor allem jüngeren Kindern unter 13 Jahren nicht immer leicht fällt, das Verhalten des Hundes richtig zu deuten, sollten sie grundsätzlich nicht zusammen alleine gelassen werden. 

Zudem sollten Kinder folgende Regeln im Umgang mit Vierbeinern lernen.

1. Rückzugsorte des Hundes sind für Kinder tabu

Auch wenn Bello noch so niedlich aussieht, wie er seelenruhig in seinem Körbchen liegt - sein Schlafplatz sollte für Kinder Sperrzone sein. Das Kind sollte lernen, dass auch der Hund Rückzugsorte haben darf, an denen er sich ungestört aufhalten und sich ausruhen darf. 

2. Hunde dürfen während des Fressens nicht gestört werden

Ob tägliche Mahlzeit oder der Kauknochen zwischendurch: Wenn es ums Fressen geht, kennen Hunde keinen Spaß. Je nachdem wie stark der Futterneid bei einzelnen Hunden ausgeprägt sind, kann es passieren, dass Kinder in Futternähe schnell angeknurrt werden oder der Hund gar nach ihnen schnappt. Am einfachsten ist es, Kindern beizubringen, dass fressende Hunde gerade nicht zum Spielen und Schmusen zur Verfügung stehen. 

 3. Kinder sollten Hunde nicht erziehen

Dieser Ratschlag soll nicht falsch verstanden werden. Natürlich dürfen Kinder Kommandos wie "Sitz" oder "Platz" nutzen, wenn der Hund diese bereits kennt. Allerdings ist es Sache des Hundehalters, den Hund zu erziehen, etwa indem der Hund des Raumes verwiesen oder ihm das Spielzeug weggenommen wird. Ist ein Erwachsener anwesend, können Kinder jedoch sehr wohl Schnüffelspiele oder kleine Tricks mit ihren Vierbeinern üben, sofern der Hund gerade Lust dazu hat. 

4. Hunde haben ein Recht darauf, zu gehen

Kindern sollte klar gemacht werden, dass Hunde bei allen Freizeitaktivitäten die Wahl haben, zu bleiben oder zu gehen. Möchten sie nicht mehr weiterspielen oder wird die Situation für den Hund zu turbulent, sollte er nicht gezwungen werden, an Ort und Stelle zu verharren. Dass der Hund nicht geärgert oder gar schikaniert wird, versteht sich von selbst. Erwachsene sollten immer in der  Nähe bleiben, um im Zweifel einzugreifen und zu schlichten.  

Umgang mit Kindern: Regeln für den Hund

Hunde haben ihre eigenen Bedürfnisse und Rechte, die Kinder frühzeitig lernen sollten. 
Hunde haben ihre eigenen Bedürfnisse und Rechte, die Kinder frühzeitig lernen sollten.  © Unsplash/Sheri Hooley

Genauso wie Kinder müssen auch Hunde lernen,  wie sie sich richtig zu verhalten haben. Hierbei sollte weniger mit Strafe, als vielmehr mit der Belohnung von positivem Verhalten gearbeitet werden. 

Macht der Hund im Umgang mit Kindern etwas richtig, wird er durch lobende Worte, ein Leckerli oder mit dem Clicker belohnt. 

Umgekehrt sollte man nicht den Fehler begehen und den Hund für sein Fehlverhalten hart, etwa durch Schmerzen, bestrafen. Das führt im schlimmsten Fall zu Frust beim Hund, da er seine Negativ-Erfahrungen mit der Anwesenheit des Kindes verbindet. 

Ein erfahrener und umsichtiger Hundehalter lässt es zudem erst gar nicht zu Situationen kommen, in denen der Hund meint, er müsse sich verteidigen. Das Anspringen von Kindern oder das Stehlen von Essen aus der Kinderhand sollten natürlich nicht hingenommen werden. Stattdessen sollte man regelmäßig Zeit in die Hundeerziehung stecken und dem Hund gegenüber konsequent sein. 

Auf diese Weise wird der Vierbeiner schon bald lernen, wie er sich richtig zu verhalten hat. Im Zweifel oder bei bereits festgefahrenem Fehlverhalten lohnt es sich natürlich immer, einen Hundetrainer hinzuziehen oder eine Hundeschule zu besuchen. 

Wenn Hunde und Kinder einander respektieren, können die besten Freundschaften daraus entstehen.
Wenn Hunde und Kinder einander respektieren, können die besten Freundschaften daraus entstehen.  © Unsplash/Amy Treasure

Für ein harmonisches Familienleben und ein gutes Verhältnis zwischen Hund und Kindern ist einiges an Zeit und Energie nötig. Man sollte dabei stets mit Hunden genauso nachsichtig umgehen wie mit Kindern. Am besten ist es, wenn der Hund als vollwertiges Mitglied der Familie betrachtet wird. 

Außerdem sollte man seinen Sprösslingen klar machen, dass auch Hunde Bedürfnisse und Rechte haben, die sie berücksichtigen müssen. Wird in der Familie ein respektvoller Umgang miteinander vorgelebt, steht dem friedlichen Zusammenleben jedoch nichts mehr im Wege.

Titelfoto: Unsplash / Alicia Jones

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