Kann Dein Hund zu Hause allein bleiben? So bekommst Du das Problem in den Griff

München - Langsam hält der Alltag wieder Einzug in die deutschen Haushalte. Für unsere tierischen Mitbewohner ist das allerdings alles andere als alltäglich.

Zerstörte Möbel und panisches Winseln? Hunde müssen das Alleinbleiben erst lernen.
Zerstörte Möbel und panisches Winseln? Hunde müssen das Alleinbleiben erst lernen.  © tonobalaguer/123RF

Tagsüber müssen Haustiere nun wieder öfter allein bleiben, wenn Herrchen oder Frauchen ins Büro fährt oder ausgeht.

Gerade für die während der Lockdowns angeschafften jungen Hunde ist das eine völlig neue Situation.

Massive Verhaltensprobleme können die Folge sein. Aus Angst, zurückgelassen zu werden, bellen sie exzessiv oder lassen ihren Frust an Möbeln & Co. aus.

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Das ist nicht nur ärgerlich für die Besitzer, sondern missfällt auch den Hunden.

"Der Hund ist von Hause aus ein Rudeltier. Alleinsein bedeutet Stress für ihn", erklärt Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von "aktion tier e. V.". Es gilt, früh gegenzusteuern, um das Problem in den Griff zu bekommen. Als Erstes sollte man eine Webcam oder ähnliches installieren, um die Situation zu Hause zu beobachten.

So kann man einschätzen, in welchem Rahmen der Hund panisch wird, erklärt die Ärztin.

Hund mit Trennungsangst: Ein Gesundheits-Check beim Tierarzt gibt Sicherheit

Damit der Hund psychischen Herausforderung gewachsen ist, sollte er auch physisch fit sein.
Damit der Hund psychischen Herausforderung gewachsen ist, sollte er auch physisch fit sein.  © thaka1/123RF

Auch gilt es, gesundheitliche Beeinträchtigungen auszuschließen: Körperliche Gesundheit ist die Voraussetzung, psychische Herausforderungen, wie Einsamkeit, auszuhalten. Schon eine leichte Ohrenentzündung kann das Tier zusätzlich belasten und den Stress des Alleinseins vergrößern.

"Darüber hinaus sollte der Hund die Wohnung immer als Ort der Sicherheit und Geborgenheit erfahren", betont Dr. Hölscher. Strafen sind bei Trennungsangst völlig kontraproduktiv, weiß die Expertin, denn sie schüren die Unsicherheit des Hundes.

Übung macht den Meister: Um gar nicht erst in die Bredouille zu kommen, sollte man den "Erstfall" so häufig wie möglich üben. Zu Beginn wird der Hund in positiver Umgebung nur ein paar Sekunden allein gelassen. Die Zeitspanne wird dann immer mehr vergrößert.

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Bedenke, dass die Trainingsdauer von Hund zu Hund unterschiedlich sein kann. Gib Deinem Tier die Zeit, die er braucht und vergrößere das Zeitintervall nicht zu rasch.

"In schwerwiegenden Fällen können temporär begleitend zur Übungsphase auch angstlösende Psychopharmaka zum Einsatz kommen, das sollte aber keinesfalls ein Dauerzustand sein", betont die Tierärztin.

Mit Geduld sind die Ängste in den Griff zu bekommen. Wer Hilfe benötigt und sich beim Training unsicher ist, sollte einen professionellen Hundetrainer zurate ziehen.

Titelfoto: tonobalaguer/123RF

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