Hehlerei mit hilflosen Tieren: Hunde und Katzen in Transporter gestopft

München - Das Tierheim in München platzt aus allen Nähten: Nach mehreren Beschlagnahmungen drängen sich Hunde und Katzen in der Quarantänestation.

Junghund Peter wurde beschlagnahmt und sucht nun ein neues Zuhause.
Junghund Peter wurde beschlagnahmt und sucht nun ein neues Zuhause.  © Tierschutzverein München

Es winselt und miaut aus allen Ecken des Tierheims: Im März gab es gleich mehrere Beschlagnahmungen durch das Veterinäramt innerhalb von kurzer Zeit.

Die tierischen Opfer landeten dann im Tierheim und belegen nun fast jeden freien Platz.

Wie der Münchner Tierschutzverein mitteilte, sei die Nachfrage nach Haustieren, insbesondere Hunden und Katzen, in der Corona-Zeit enorm angestiegen. Das befeuert den illegalen Handel mit Tieren.

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Kaum eine Woche vergeht, in der keine tierische Schmuggelware in der Quarantänestation landet. Am Wochenende vom 13. und 14. März 2021 kam es besonders dicke: An beiden Tagen zog die Polizei je einen Tiertransporter aus Bulgarien aus dem Verkehr.

Neun Hunde waren in einem Auto eingepfercht, im anderen elf Hunde und 18 Katzen. Die 38 Tiere verschiedener Rassen und Mischungen, waren in engen Boxen, teils ohne Futter und Wasser, untergebracht. Die Reise mussten sie völlig dehydriert überstehen und wurden teilweise ohne den vorgeschriebenen Impfnachweis nach Deutschland eingeführt.

Bei Untersuchungen im Tierheim stellte man fest, dass viele stark verwurmt waren, Zahnfleischentzündungen, Durchfall und blutigen Schnupfen hatten und an Pilzerkrankungen litten.

Polizei stoppt Transporter mit zahlreichen Hunden und Katzen

Diese Transporter mit zahlreichen Tierkäfigen wurde von der Polizei gestoppt.
Diese Transporter mit zahlreichen Tierkäfigen wurde von der Polizei gestoppt.  © Tierschutzverein München

Hohe Nachfrage nach Hunden und Katzen befeuert Tierhandel

Katze Princess wird beim Tierarzt erstmal richtig durchgecheckt.
Katze Princess wird beim Tierarzt erstmal richtig durchgecheckt.  © Tierschutzverein München

Das Veterinäramt hat nun veranlasst, dass die Tiere nicht an die Herkunftsorganisationen und "Züchter" zurückgegeben werden, sondern vom Münchner Tierheim vermittelt werden dürfen.

Einige der Opfer haben bereits Abnehmer, bei denen die Tiere nach einem Eignungscheck einziehen dürfen.

Für sechs Hunde und vier Katzen wird noch ein neues Zuhause bei verantwortungsbewussten Tierfreunden gesucht.

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Interessenten dürfen sich gerne direkt in der Hundequarantäne unter Tel.: 08992100043 bzw. in der Katzenquarantäne unter Tel.: 089921000820 melden.

Der Münchner Tierschutz erinnert daran, dass man mit einem Haustier eine langfristige Verantwortung trägt, die auch über die Corona-Zeit hinaus besteht.

Da dem Tierheim durch die zahlreichen neuen Gäste enorme Kosten entstehen, sind Spenden herzlich willkommen. Alle Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung findest Du auf der Homepage.

Titelfoto: Bildmontage: Tierschutzverein München

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