Drogenspür-Hunde bekommen neue Aufgabe: Es geht um unseren Wald!

MDR/Dresden/Mitteldeutschland - Hitze, Stürme, Käferplage - Das Waldsterben geht weiter. "Exakt - Die Story" in MDR beleuchtet, wie es um unseren Wald steht. Und es sieht düster aus.

Exakt im MDR: Immer mehr Wälder werden durch Hitze, Dürre und Schädlinge zerstört.
Exakt im MDR: Immer mehr Wälder werden durch Hitze, Dürre und Schädlinge zerstört.  © MDR/Simank Film

Während der noch Mensch noch debattiert und die Politik streitet, ist die Natur längst mittendrin im Klimawandel - und die Folgen sind inzwischen auch direkt vor der Haustür: verheerende Stürme, abgestorbene Bäume und von Käfern zerfressene Wälder.

So seien seit 2018 bereits über 140.000 Hektar Wald durch Hitze, Dürre und Schädlinge zerstört.

Diese Waldkrise hatten Wissenschaftler längst vorhergesagt.

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Bereits zu DDR-Zeiten versuchten Forstbetriebe, "den Wald umzubauen und klimastabil zu machen". Doch anders als in der Landwirtschaft brauchen Wälder Jahrhunderte, um sich zu regenerieren.

"Unter diesem Gesichtspunkt hätte man das nicht verhindern können. Wir können nicht den Wald gießen. Aber man hätte sich besser vorbereiten können, damit man das befallene Holz schnell aus dem Wald bringt, wo die Käfer keinen Schaden anrichten können", so Prof. Dr. Michael Müller vom Institut für Waldbau und Waldschutz an der TU Dresden in "Exakt".

Der mitteldeutsche Wald ist ein kostspieliger Patient

Drogenspürhunde müssen umschulen: auf infizierte Bäume!
Drogenspürhunde müssen umschulen: auf infizierte Bäume!  © Arne Dedert/dpa

Man müsse Lagerflächen für Millionen von Kubikmetern Holz beschaffen. Das sei schwierig und innerhalb kürzester Zeit nicht hinzubekommen.

Vor allem Kleinwaldbesitzer sind überfordert, die enormen Mengen an "Käferbäumen" aus dem Wald zu schaffen.

Ließe man diese befallenen einfach komplett liegen, ginge das Sterben immer weiter.

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Allein der Abtransport vom Totholzes aber könnte "nach Schätzungen der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände" (AGDW) über zwei Milliarden Euro kosten!

"Aktuell müssten etwa 300 Millionen Bäume nachgepflanzt werden", das allein schlägt mit 640 Millionen Euro zu Buche!

Daher fordern Waldbesitzer - wie in der Doku u. a. Jan Martin Dee aus dem thüringischen Gehofen -, nicht kurzfristige Zuschüsse, sondern eine jährliche staatliche Flächenprämien für ihre wichtige Arbeit.

Wenn der Wald mit seinem immensen "Nutzen für Klimaschutz, Tourismus und Erholung erhalten" bleiben soll, "brauchen wir dafür auch eine Vergütung".

Die MDR-Reportage zeigt, wie es um unseren Wald steht. Inzwischen werden sogar Drogenspürhunde extra ausgebildet, um infektiöse Bäume im Wald frühzeitig aufzuspüren!

Die Forschung arbeitet intensiv an "mobilen Borkenkäfer-Detektoren", die den Waldschutz revolutionieren könnten.

TIPP: "Probleme und Lösungsansätze. Exakt - Die Story" läuft am Mittwoch, 23. September um 20.45 Uhr im MDR.

TIPP 2: Bei 3sat in der Mediathek beschäftigen sich derzeit ebenso viele Beiträge mit dem Thema Wald und Umwelt bzw. dem Waldsterben. Hier geht's zur Übersicht.

Titelfoto: MDR/dpa

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