Messis haben trotz Tierhaltungsverbot mehrere Hunde: "Skrupellos, alles ist noch schlimmer!"

Lohnsburg (Österreich) - Tierschützer befreiten bereits auf Amtsanordnung mehrere Hunde von einer verantwortungslosen Züchterin. Jetzt mussten sie erneut anrücken und alles war noch schlimmer.

Unter anderem diese beiden Hunde hatte die Züchterin in ihrem Haus, obwohl vom Gericht ein Tierhaltungsverbot verordnet wurde.
Unter anderem diese beiden Hunde hatte die Züchterin in ihrem Haus, obwohl vom Gericht ein Tierhaltungsverbot verordnet wurde.  © Montage: Screenshot/Facebook/Pfotenhilfe Lochen (2)

Am gestrigen Dienstagmorgen fuhr die Polizei bei einem Wohnhaus in Lohnsburg vor, weil dort aufmerksame Nachbarn Hundegebell gehört hatten. Im vergangenen Jahr wurde den Bewohnern jedoch von Gerichts wegen ein Tierhaltungsverbot auferlegt, da sie sich nicht um das Wohl der Vierbeiner kümmerten, wie die Pfotenhilfe Lochen mitteilte. Sie wollten offenbar nur schnell Geld machen.

Schon bei der Ankunft am Haus zeichnete sich sowohl den Tierschützern als auch den Beamten ein Bild des Schreckens. "Der Gestank nach Tierexkrementen im Haus war nur schwer zu ertragen", hieß es etwa im Bericht der Pfotenhilfe.

Die Vierbeiner waren "schon auf den ersten Blick verwahrlost" und rochen "stark nach Urin".

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Doch die Befreiungsaktion erlitt einen heftigen Dämpfer: So zählten die Uniformierten sieben Hunde als sie ankamen. Die Züchterin übergab jedoch nur sechs.

Beim Durchsuchen des Hauses nach dem fehlenden Haustier "wurden immer weitere zugemüllte Räume, Schuppen und Keller entdeckt". Doch der Flüchtige blieb weiter verschollen. Sogar Polizeihundeführer kamen deshalb zum Einsatz, berichtete die Pfotenhilfe weiter.

"Nach dem Öffnen einer bis zur Decke mit Müll gefüllten Garage, fanden sie den siebten Hund in einer Nische unter der Badewanne, wo ihn die Ungarin versteckt hatte", teilten die Tierschützer den verzögerten Erfolg mit.

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Die Polizei wurde am Dienstag zu den Züchtern mit Tierhaltungsverbot alarmiert.
Die Polizei wurde am Dienstag zu den Züchtern mit Tierhaltungsverbot alarmiert.  © PR/Pfotenhilfe Lochen

Die verängstigte Chihuahua-Hündin habe während der gesamten Suche keinen einzigen Laut von sich gegeben. "Aber als ich sie dann endlich in meinen Armen hatte, war sie plötzlich wie ausgewechselt und fühlte sich geliebt und geborgen", berichtete Johanna Stadler, Chefin der Tierschutzorganisation.

"Und ich sah sofort: sie ist schwanger!" So erging es jedoch nicht nur dieser einen Hündin. Auch eine Pudel-Dame "und wahrscheinlich weitere Hunde" seien in freudiger Erwartung.

Ansonsten fällt die Bilanz der Rettung ernüchternd aus. Alle Tiere müssen zum Arzt. Stadler und ihr Team befürchten verschiedene Krankheiten bei den sieben Hunden. "Einem Spitz wird wahrscheinlich ein Auge entfernt werden müssen und auch das andere erscheint bereits stark getrübt."

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Für die arglosen Züchter fand die Pfotenhilfe-Chefin keine Worte mehr. "Diese skrupellosen Hundezüchter und -importeure haben tatsächlich trotz Tierhaltungsverbot einfach weitergemacht!", sagte sie.

"Und weil sie die Tiere - um nicht aufzufliegen - nicht mehr in den Garten lassen konnten, wurden die Zustände noch viel schlimmer als sie bei unserem ersten Besuch im Jahr 2019 ohnehin schon waren."

Dass der Graus nun ein Ende hat, darf bezweifelt werden. Die Züchterin soll den Polizisten gesagt haben, "dass sie sich morgen neue Hunde anschaffen werde". Die Ermittler wollen diese dann erneut beschlagnahmen und eine Verschlimmerung der Zustände verhindern.

Bleibt abzuwarten, ob sich die skrupellose Frau so das Handwerk legen lässt.

Titelfoto: Montage: Screenshot/Facebook/Pfotenhilfe Lochen (2), PR/Pfotenhilfe Lochen

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