"Schlag gegen Welpenmafia": Über 30 verwahrloste Hunde aus Wohnung geholt

Von Bernhard Sprengel

Hamburg – Mancher Tierfreund gibt viel Geld für einen Welpen mit Stammbaum aus. Die Angebote einer Hamburgerin im Internet sollen jedoch betrügerisch gewesen sein. Bei einer Durchsuchung ihres Hauses entdeckt die Polizei das Hundeelend.

Mitarbeiter des Veterinäramts übergeben die verwahrlosten Hunde dem Hamburger Tierschutzverein.
Mitarbeiter des Veterinäramts übergeben die verwahrlosten Hunde dem Hamburger Tierschutzverein.  © Hamburger Tierschutzverein/dpa

Mehr als 30 verwahrloste Hunde hat die Polizei bei der Hausdurchsuchung in Hamburg-Wandsbek entdeckt.

Mitarbeiter des Veterinäramts hätten die teils jungen, teils ausgewachsenen Hunde dem Hamburger Tierschutzverein übergeben, teilte die Polizei am Mittwoch mit.

Die 42 Jahre alte Hundehalterin stehe im Verdacht, beim Handel mit den Welpen ihre Kunden betrogen zu haben. Sie soll falsche Stammbaumdaten angegeben und gute Haltungsbedingungen vorgetäuscht haben.

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Bei der Durchsuchung am Dienstag hätten die Beamten festgestellt, dass die über das Internet angebotenen Hunde aus desolaten Zuständen stammten. Das Haus sei völlig verdreckt gewesen, sagte eine Polizeisprecherin.

Unter den Hunden seien Französische Bulldoggen, Labradore und Labradoodle - eine Kreuzung von Labrador und Pudel - sowie Großpudel gewesen.

Mangelernährt und dehydriert: 33 Hunde gerettet

Ein kleiner Hund wird untersucht. Die Tiere waren nicht nur mangelernährt, sondern auch stark dehydriert.
Ein kleiner Hund wird untersucht. Die Tiere waren nicht nur mangelernährt, sondern auch stark dehydriert.  © Hamburger Tierschutzverein/dpa

Anders als von der Halterin angegeben seien die Welpen offenbar auch nicht geimpft und entwurmt gewesen. Eine tierärztliche Begutachtung ergab laut Polizei, dass die Hunde bei schlechter Gesundheit waren.

Gegen die 42-Jährige wird nun wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt.

Der Tierschutzverein sprach von einem "Schlag gegen die Welpenmafia". Nach seinen Angaben wurden 33 Hunde und zudem 2 Kaninchen bei der Durchsuchung sichergestellt.

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Die Hälfte der Hunde seien Welpen, viele davon erst vier Wochen alt. Die Hunde seien anscheinend nicht nur mangelernährt, sondern auch dramatisch dehydriert gewesen, hieß es.

Der Verein, der das Tierheim an der Süderstraße betreibt, rief die Hamburger Behörden auf, den Tierhandel strenger zu kontrollieren.

Titelfoto: Hamburger Tierschutzverein/dpa

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