Streit um Parkplatz: Mann hetzt Rottweiler auf Behinderte

Chemnitz - Bissiger Streit um einen Parkplatz bei Edeka! 
Bernd Merke (65) vor dem Amtsgericht Chemnitz.
Bernd Merke (65) vor dem Amtsgericht Chemnitz.  © privat

Rentner Bernd Merke (65) ist außer sich: Seine behinderte Ehefrau Elke A. (61) wurde von einem Rottweiler attackiert und gebissen. 

Grund war der Streit um einen Behindertenparkplatz. Der Fall wurde Donnerstag am Amtsgericht Chemnitz verhandelt.

Auf der Anklagebank saß Marcus K. (32). Er soll die Kofferraumklappe geöffnet und den Hund aufgehetzt haben. Ausgangspunkt war ein Parkplatz-Streit. "Ich habe ihn nur darauf aufmerksam gemacht, dass er unbefugt dort steht", sagt Bernd Merke. 

Danach schaukelte sich die Situation hoch, Beleidigungen fielen. Zeugen sahen, wie K. den Kofferraum öffnete. "Ich habe gesehen, wie er ein Handzeichen in Richtung des Opfers gemacht hat. Dann rannte der Hund los", so Inge S. (52).

Elke A., die an einer Hirnstörung leidet und schwer sprechen kann, war zuvor aus dem Auto ausgestiegen, um ihrem Mann beizustehen.

Auf dem Edeka-Parkplatz an der Dresdner Straße kam es zum Streit.
Auf dem Edeka-Parkplatz an der Dresdner Straße kam es zum Streit.  © Maik Börner
Das Gericht wertete den Rottweiler als Waffe (Symbolbild).
Das Gericht wertete den Rottweiler als Waffe (Symbolbild).  © imago images/ingimage

"Das ist ihre letzte Chance"

Erhielt trotz einiger Vorstrafen noch einmal Bewährung: Marcus K. (32).
Erhielt trotz einiger Vorstrafen noch einmal Bewährung: Marcus K. (32).  © Maik Börner

Der Rottweiler stürmte auf die behinderte Frau zu, stieß sie um und biss ihr in die linke Hand. In der Klinik wurden Kratzwunden festgestellt, die das Gericht als Bisse wertete.

Marcus K. erzählte vor Gericht eine andere Version: "Der Hund rannte an mir vorbei. Ich hab ihn sofort weggezogen." Seine schwangere Freundin soll den Kofferraum geöffnet haben. Weil ihr übel gewesen sein soll, nahm das Paar den erstbesten Parkplatz.

Ex-Kraftfahrer Merke ist immer noch fassungslos. "Klar, ihr ging es nicht gut. Aber ich finde es eine Riesensauerei, wenn uns ständig die Parkplätze geklaut werden. Ich pflege meine Frau seit zehn Jahren."

Urteil: acht Monate Haft auf Bewährung (vier Jahre) und 2000 Euro Schadensersatz. Marcus K. hatte Glück. Er ist sechsfach vorbestraft und die gefährliche Körperverletzung ereignete sich in seiner Bewährungszeit.

"In dieser Situation war das Rauslassen des Hundes eine Kurzschlussreaktion. Das ist ihre letzte Chance", so der Richter.

Titelfoto: Maik Börner/imago images/ingimage

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