"Vermittlung fast unmöglich": Wie eine Spendenaktion Ben eine zweite Chance bietet

Delitzsch - Für Hund Ben war Angriff bisher die beste Verteidigung. Der Rüde kam mit gerade einmal zwei Jahren ins Tierheim Delitzsch, galt seitdem als nahezu unvermittelbar. Dank einer Spendenaktion kann dem Vierbeiner nun eine neue Chance geboten werden. Ben soll endlich den Zwinger verlassen können.

Süßer Vierbeiner mit schwieriger Vergangenheit: Das Tierheim Delitzsch will für Hund Ben endlich ein neues Zuhause finden.
Süßer Vierbeiner mit schwieriger Vergangenheit: Das Tierheim Delitzsch will für Hund Ben endlich ein neues Zuhause finden.  © Stephanie Scheibe/Tierheim Delitzsch/Bildmontage

Der Plan: Ben zieht ins Hundegut Nord in Schleswig-Holstein, wo ihm geholfen und er auf eine Vermittlung vorbereitet werden soll. 

Laut Tierheim erblickte Ben im Jahr 2014 das Licht der Welt und lebte zunächst als Wachhund bei einer Familie mit Haus und Grundstück. Innerhalb von zwei Jahren soll diese Rolle jedoch zu einem Problem geworden sein: "Ben" wurde zunehmend unberechenbar, ließ irgendwann auch Besuch nicht mehr einfach auf sein Grundstück. "Als dann noch ein Familienmitglied über ihn stürzte, biss er zu", so die Mitarbeiter des Tierheims in einem Beitrag auf Facebook.

Ben wurde nach Delitzsch gebracht, wo er zunächst Vertrauen aufbauen und sie an die neue Umgebung gewöhnen musste. Anfangs soll er jedoch noch gut händelbar gewesen sein. Im Jahr 2017 habe es sogar einen ernsthaften Interessenten für ihn gegeben. Das neue, zukünftige Herrchen soll jeden Tag mit Ben unterwegs gewesen sein, um ihn kennenzulernen. "Als der große Tag kam und Ben in sein neues Zuhause umziehen durfte, biss er nach gerade mal 2 Stunden zu. Der Grund: Er hatte eine Granne am Kopf, die ihm Herrchen entfernen wollte. Für Ben reicht das schon als Grund, um 'in die Luft zu gehen'", so die Tierheim-Mitarbeiter.

Auch im Tierheim sei es mittlerweile zu Beißvorfällen gekommen. Die Isolation im Zwinger, der fehlende Bezug zum Menschen oder zu Artgenossen machen zudem seiner Psyche zu schaffen. "Eine Vermittlung scheint deshalb fast unmöglich, auch wenn wir die Hoffnung nie aufgeben wollen."

Gleichzeitig habe Ben aktuell noch eine Bezugsperson, die mit ihm Gassi geht. "Wenn man ihn in diesen Momenten beobachtet, hat es für kurze Zeit etwas Unbeschwertes. Ben liebt seinen Ball und das Wasser, er beherrscht die Grundkommandos perfekt und ist gut leinenführig."

Ben (rechts) bei der Ankunft in seinem neuen, vorläufigen Heim, dem Hundegut Nord in Schleswig-Holstein.
Ben (rechts) bei der Ankunft in seinem neuen, vorläufigen Heim, dem Hundegut Nord in Schleswig-Holstein.  © Stephanie Scheibe/Tierheim Delitzsch

Um ihm endlich ein eigenes Zuhause bieten zu können, soll Ben nun im Hundegut Nord geholfen werden. Der Platz für den Rüden kostet das Tierheim jedoch 500 Euro im Monat, weshalb bereits Ende April eine Spendenaktion unter anderem über Facebook gestartet wurde. Das Ziel: 2000 Euro.

Nach knapp zwei Wochen (Stand: 3. Mai) wurde ein Großteil dieses Ziels bereits erreicht. "Ben ist inzwischen bei der Trainerin angekommen, wir haben ihn am 30. April hingefahren", erklärte Stephanie Scheibe vom Tierheim Delitzsch gegenüber TAG24.

Zwar könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, wie Ben die neue Umgebung annimmt. "Die nächsten Tage werden wir aber mehr erfahren. Wir stehen mit der Trainerin in Kontakt und sind froh, dass sie einen Platz für ihn freigehalten hat", so Scheibe.

Sogar einen neuen Namen soll er erhalten haben, als Symbol für einen Neuanfang: Ben heißt jetzt Akono, was laut Stephanie Scheibe "Jetzt bin ich an der Reihe" bedeutet.

Das Tierheim bittet indes weiterhin um Hilfe für den Rüden, da noch nicht gesagt werden kann, wie lang er im Hundegut Nord bleiben wird. "Wichtig wären vielleicht Paten, die uns auch monatlich unterstützen mit einem kleinen Betrag", sagte Stephanie Scheibe.

Titelfoto: Stephanie Scheibe/Tierheim Delitzsch/Bildmontage

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