Polizei erkennt Hunde-Schmuggel nicht und ermöglicht Verkauf: Tierheim rettet Vierbeiner!

Freital/Lübeck - Die Tierpfleger des sächsischen Tierschutzvereins Freital und Umgebung e.V. sind schockiert! Über Monate pflegten sie Hunde eines vermeintlichen Schmugglers, der diese nun legal verkaufen darf.

Regina Barthel-Marr (l.) und Tierheimleiterin Anja Witzmann halten jeweils einen der vier Möpse.
Regina Barthel-Marr (l.) und Tierheimleiterin Anja Witzmann halten jeweils einen der vier Möpse.  © meeco Communication Service

Wie der Tierschutzverein am heutigen Sonntag mitteilte, sei Ende Juni ein Hunde-Züchter von Ungarn kommend über Tschechien nach Sachsen eingereist. Dabei ging der Mann aus Lübeck, zu dem keine näheren Informationen vorlagen, der Polizei ins Netz.

In seinem Fahrzeug fanden die Beamten insgesamt neun Hunde. Die jeweils vier Möpse und American Bullys sowie eine französische Bulldogge wiesen jedoch nicht die notwendigen Impfungen auf, um nach Deutschland einzureisen. "Zudem waren die Welpen viel zu jung", hieß es in einer Mitteilung der Freitaler Tierpfleger.

Von Amts wegen wurden die Vierbeiner deshalb vorübergehend in das Tierheim zur Quarantäne gegeben. Am 1. September endete diese nun. "Anscheinend konnte der 'Züchter' aus dem Norden die Behörden überzeugen, dass alle Welpen für ihn und Freunde bestimmt waren", erklärte Regina Barthel-Marr, die Vorstandsvorsitzende des Freitaler Vereins.

Und weiter: "Interessant ist für uns aber, dass nur die vier American Bullys bei uns abgeholt wurden."

Die Möpse warteten lange Zeit auf die Abholung durch den Halter, doch nichts passierte. "Aber wir haben nichts mehr von dem werten Herrn gehört, nicht mal einen Anruf gab es, wie es seinen Hunden geht."

Hunde-Züchter stellte sich im Netz als Tier-Schlepper heraus - Anzeige!

Polizisten entdeckten den vermeintlichen Hunde-Schmuggler bei einer Routinekontrolle (Symbolbild).
Polizisten entdeckten den vermeintlichen Hunde-Schmuggler bei einer Routinekontrolle (Symbolbild).  © dpa/Oliver Killig

Im Tierheim kam deshalb verstärkt der Verdacht auf, dass der Mann doch ein Schmuggler sei - auch wenn er die Beamten vom Gegenteil überzeugte.

"Wir beobachteten die einschlägigen Webseiten des Tierhandels und konnten unter anderem ein Verkaufsangebot eines der American Bullys feststellen", sagte Regina Barthel-Marr. "Eine Kontaktperson unseres Vereins kaufte den Hund an, der sich als Beweis mittlerweile wieder bei uns befindet."

Die Tierschützerin erklärte ferner, dass der Handel mit solchen importierten Vierbeinern sehr erträglich sein kann. "Gerade bei Szene-Hunden wie den American Bullys können beim Verkauf mehrere tausend Euro Gewinn erzielt werden", so die Tier-Expertin.

"Wir als Verein setzen uns dafür ein, dass unser Staat die unserer Ansicht nach skrupellosen Schwarzmarkthändler an die Leine legt, sie mit hohen Strafen belegt und ihnen die Tierhaltererlaubnis lebenslänglich entzieht", erklärte Barthel-Marr weiter.

"Aus diesem Grund haben wir gegen den vermeintlichen Tierschlepper bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Strafanzeige gestellt mit dem Ziel, solchen Personen ein generelles Entziehen aller Tiere mit künftigem Haltungsverbot auszusprechen."

Verbliebene Hunde wurden nun von anderen Tierfreunden adoptiert

Blick auf den Sitz des Tierheims Freital.
Blick auf den Sitz des Tierheims Freital.  © Petra Hornig

Bedauerlich findet Barthel-Marr, dass eins der insgesamt neun Tiere die Quarantäne im Freitaler Tierheim nicht überlebte. Beim Spielen verletzten die kleinen Bullys die französische Bulldogge mit ihren Milchzähnen, sodass vermutlich eine Arterie verletzt wurde und das Tier daraufhin an inneren Blutungen litt.

Die verbliebenen Möpse wurden indes auch bis zum Ende der durch die Behörden festgelegte Abholfrist nicht vom angeblichen Hunde-Züchter abgeholt. Für Barthel-Marr ein weiteres Indiz auf Hunde-Schlepperei.

Am Ende "konnten wir alle vier Hunde in liebevolle Hände abgeben", erklärte Tierschutzvereins-Chefin das Happy End dieser Vierbeiner. Und die Polizei befasse sich nun erneut mit dem Lübecker.

Titelfoto: meeco Communication Service

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