In Sachsen-Anhalt werden jährlich mehrere Zehntausend Tiere bei Versuchen eingesetzt

Halle (Saale) - In Sachsen-Anhalt werden jährlich mehrere Zehntausend Tiere bei Tierversuchen eingesetzt. Der Trend ist seit Jahren rückläufig, gleichzeitig sind die Versuche nach wie vor wichtiger Bestandteil der Forschung. Es geht um Impfstoffe und Arzneimittel, aber auch um einen besseren Tierschutz.

Mehrere Zehntausend Tiere werden jährlich in Sachsen-Anhalt für Versuche eingesetzt. Auch eine geringe Anzahl an nicht-menschlichen Primaten gehört laut Verwaltungsamt dazu. (Symbolbild)
Mehrere Zehntausend Tiere werden jährlich in Sachsen-Anhalt für Versuche eingesetzt. Auch eine geringe Anzahl an nicht-menschlichen Primaten gehört laut Verwaltungsamt dazu. (Symbolbild)  © Marijan Murat/dpa

Inwieweit der Trend zurück geht zeigen Zahlen des Verwaltungsamtes. Demnach gab es 2015 mehr als 60.700 Versuchstiere, im Jahr darauf nur noch rund 47.900, 2019 dann etwa 45.100. 2018 waren allerdings nur rund 32 800 Tiere für Versuche verwendet worden.

Für 2020 liegt noch keine zahl vor. Bekannt ist jedoch, dass im vergangenen Jahr 42 Projekte mit Säugetieren und Vögeln genehmigt worden, 2019 seien es noch 58 gewesen, 2018 sollen es 66 gewesen sein.

Vor allem aber Labormäuse seien zwischen 2015 und 2019 immer wieder zum Einsatz gekommen. 2015 etwa habe ihr Anteil rund 70 Prozent ausgemacht, 2019 etwa 79 Prozent. Ratten hätten 2015 einen Anteil von etwa 13 Prozent an den Versuchstieren gehabt, 2019 dann rund 8 Prozent.

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Mit Blick auf die Verwendung landwirtschaftlicher Nutztiere sei vorrangig an Hühnern, Puten, Schweinen und Rindern geforscht worden. Pferde gehörten insgesamt zu den selten eingesetzten Tierarten.

Tierversuche müssen genehmigt werden

Den größten Anteil machen jedoch die Labormäuse aus.
Den größten Anteil machen jedoch die Labormäuse aus.  © Friso Gentsch/dpa

Im Rahmen der Feldforschung seien auch wildlebende Tierarten wie Fledermäuse, Wölfe, Wildkatzen und Gartenschläfer zumeist in Telemetriestudien verwendet worden. Dabei seien die Tiere mit GPS- oder anderen Sendern ausgestattet worden, um ihre Aktivitäten nachverfolgen zu können.

Tierversuche müssen genehmigt und dürfen ausschließlich zu Zwecken durchgeführt werden, die im Tierschutzgesetz festgehalten sind. Dazu gehören die Grundlagenforschung, aber auch die Vorbeugung, Erkennung oder Behandlung von Krankheiten bei Menschen oder Tieren.

Auch der Schutz der Umwelt und die Forschung im Hinblick auf die Erhaltung der Arten gehören zu den zulässigen Zwecken. Die Telemetriestudien zum Zweck des Artenschutzes seien etwa durchgeführt worden, da man aufgrund eines besseren Verständnisses, wie sich diese Wildtiere verhalten, bessere Schutzmaßnahmen ableiten könne.

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An Rindern oder Schweinen sei meist mit dem Ziel geforscht worden, das Wohlergehen der Tiere oder die Haltungsbedingungen zu verbessern. Für die Entwicklung neuer Medikamente oder Impfstoffe seien Versuche zum Zweck der Grundlagenforschung genehmigt worden.

Zum anderen habe es auch Tierversuche gegeben, um die Qualität, Wirksamkeit oder Unbedenklichkeit von Arzneimitteln oder anderen Stoffen zu prüfen.

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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