Wissenschaftler sagen "Invasion der Aliens" voraus

Frankfurt am Main - Wissenschaftler unter der Leitung des Forschers Dr. Hanno Seebens vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum in Frankfurt sprechen in einer Mitteilung von einer "Invasion der Aliens" auf unserem Planeten.

Ein Team von Wissenschaftlern hat sich mit der Zunahme von "alien species" beschäftigt (Symbolbild).
Ein Team von Wissenschaftlern hat sich mit der Zunahme von "alien species" beschäftigt (Symbolbild).  © 123rf/Pop Nukoonrat

"Rund um den Globus sind die Aliens los", heißt es in dem Text, der am Donnerstagmorgen an die Redaktion von TAG24 verschickt wurde.

Allerdings sind damit keine grünen Männchen von einem anderen Planeten gemeint. Die Forscher möchten vielmehr auf ein irdisches Problem aufmerksam machen. Es geht um die Verbreitung sogenannter "gebietsfremder Arten". 

Damit sind Tiere und Pflanzen gemeint, die dank des weltweiten Handel- und Verkehrsnetzes in zunehmendem Maße neue Lebensräume außerhalb ihrer angestammten Heimat besiedeln.

Ein bekanntes Beispiel für derartige "Neobiota" sind ursprünglich aus Südamerika stammende Biberratten (Nutrias), die inzwischen auch in Europa wild leben, so auch im Stadtgebiet von Frankfurt am Main. Das Forscherteam um Dr. Hanno Seebens hat "erstmals auf globaler Ebene und über alle Arten hinweg berechnet, wie sich gebietsfremde Arten bis zum Jahr 2050 ausbreiten könnten". 

Ihr Befund: Die "alien species" ("gebietsfremde Arten") sind auf dem Vormarsch.

Weltweit erwarten die Wissenschaftler bis zum Jahr 2050 im Durchschnitt 36 Prozent mehr gebietsfremde Tiere und Pflanzen als im Jahr 2005, in dem es rund um den Globus bereits mehr als 35.000 an der Zahl waren.

Nutrias wie dieses leben inzwischen auch in Deutschland.
Nutrias wie dieses leben inzwischen auch in Deutschland.  © Julian Stratenschulte/dpa

Der stärkste Neobiota-Anstieg wird für Europa erwartet

Den stärksten Neobiota-Anstieg erwarten die Forscher für Europa. Hier wird die Anzahl gebietsfremder Arten bis zur Mitte des Jahrhunderts im Vergleich zum Jahr 2005 laut der Prognosen um 64 Prozent zunehmen. Weitere "Hotspots" sollen demnach Asien, Nordamerika und Südamerika sein.

Die Neuankömmlinge werden den meisten Menschen jedoch nicht sofort auffallen. Bei den allermeisten "alien species" wird es sich um Insekten, Weichtiere und Krebstiere handeln. Gebietsfremde Säugetierarten wie die ursprünglich amerikanischen Waschbären oder die weiter oben erwähnten Nutrias werden kaum erwartet.

Aufhalten könne man diese Invasion der Aliens nicht, denn das würden starke Einschränkungen für den internationalen Handel bedeuten. "Aber mit strengeren Regularien und deren strikter Umsetzung können wir die Flut der neuen Arten eindämmen", heißt es in der Mitteilung.

Titelfoto: 123rf/Pop Nukoonrat

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