Invasion im Garten! Nest der Asiatischen Hornisse gefunden

Hamburg - Ein neues Nest der Asiatischen Hornisse ist im Hamburger Stadtteil Farmsen-Berne gefunden worden.

Schon auf den ersten Blick wird deutlich, dass sie die Asiatische Hornisse im Vergleich zur heimischen Art viel dunkler gefärbt ist.
Schon auf den ersten Blick wird deutlich, dass sie die Asiatische Hornisse im Vergleich zur heimischen Art viel dunkler gefärbt ist.  © Axel Heimken/dpa

Wie der Biologe Kai Schütte von der Universität Hamburg berichtete, wurde es in einem privaten Garten in einem Buchsbaum entdeckt. Mithilfe eines Ehrenamtlers entfernte der Biologe das Nest im Auftrag der Umweltbehörde am vergangenen Freitag.

"Die Asiatische Hornisse steht auf der EU-Liste der invasiven Arten, die sich in Ausbreitung befinden", erklärte er dies. Gefundene Nester müssten deshalb unverzüglich entfernt werden.

Für den Menschen sind die Asiatischen Hornissen der Umweltbehörde zufolge nicht gefährlicher als die heimischen Europäischen Hornissen. Für heimische Bestäuber wie Bienen könnten sie jedoch zur Gefahr werden. Unter anderem deshalb solle die Verbreitung der Art verhindert werden.

Pony in Handschellen abgeführt: Wotan büxt aus und hält Polizei auf Trab
Tiere Pony in Handschellen abgeführt: Wotan büxt aus und hält Polizei auf Trab

Bei dem Nest in Farmsen-Berne handelte es sich nach Schüttes Angaben um den ersten Fund in Hamburg in diesem Jahr.

"Es hatte einen Durchmesser von etwa dreißig Zentimetern. Darin haben wir rund dreihundert Flugtiere plus Brut – das heißt Eier, Larven und Puppen – gefunden", beschrieb Schütte das entfernte Nest.

Außerdem habe es Anzeichen dafür gegeben, dass die Nestbewohner bald umziehen wollten.

Weitere Fotos der Entfernung des Hornissen-Nestes

Das Nest der Asiatischen Hornisse ist etwa so groß wie ein Fußball.
Das Nest der Asiatischen Hornisse ist etwa so groß wie ein Fußball.  © Axel Heimken/dpa
Experten entfernen das Hornissen-Nest aus dem vom offenbar vom Buchbaumzünsler angefressenen Buchsbaum.
Experten entfernen das Hornissen-Nest aus dem vom offenbar vom Buchbaumzünsler angefressenen Buchsbaum.  © Axel Heimken/dpa
Das sollte nur mit einem dicken Handschuh gemacht werden.
Das sollte nur mit einem dicken Handschuh gemacht werden.  © Axel Heimken/dpa

Hornissen werden per Sender bis zum Nest verfolgt

Dass ihr Nest entfernt wird, finden die Asiatischen Hornissen nicht witzig und umschwirren den Insektenkundler angriffslustig.
Dass ihr Nest entfernt wird, finden die Asiatischen Hornissen nicht witzig und umschwirren den Insektenkundler angriffslustig.  © Axel Heimken/dpa

Neben dem Primärnest bauen Asiatische Hornissen dem Biologen zufolge nämlich in der Regel ein Zweitnest, welches sie hoch in Bäumen platzieren. Mit dem Entfernen des Nestes solle die weitere Reproduktion der Art unterbunden werden.

Bereits im Juni hatte die Umweltbehörde Hamburg dazu aufgerufen, Sichtungen der Asiatischen Hornisse zu melden. Sowohl einzelne Tiere als auch Nester seien dabei relevant.

Die gebietsfremde Hornissenart falle insbesondere durch ihre überwiegend schwarze Färbung auf.

Für den Umwelt- und Klimaschutz: Forscher trainieren Kälbern Toilettengang an
Tiere Für den Umwelt- und Klimaschutz: Forscher trainieren Kälbern Toilettengang an

In der Vergangenheit waren bereits Sender verwendet worden, mit denen einzelne Hornissenarbeiterinnen ausgestattet wurden. Mittels Radiotelemetrie konnten diese dann bis zu ihren Nestern verfolgt und die Nester anschließend entfernt werden, wie Schütte weiter berichtete.

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) stammt nach Angaben der Umweltbehörde ursprünglich aus Südostasien. Im Jahr 2004 wurde sie nach bisherigen Erkenntnissen zum ersten Mal in Europa gesichtet. Nachdem sie 2014 dann in Süddeutschland entdeckt wurde, tauchte sie im September 2019 erstmals in Hamburg auf.

"Wahrscheinlich ist sie mit einem Transportmittel nach Hamburg gekommen, da keine kontinuierliche Verbreitung festzustellen war", so Schütte weiter.

Titelfoto: Axel Heimken/dpa

Mehr zum Thema Tiere: