Sterben die Kalifornischen Schweinswale wegen erbitterter Jagd auf das "Kokain des Meeres" aus?

USA - Traurige Nachrichten! Der Kalifornische Schweinswal (auch unter dem Namen Vaquita oder Golftümmler bekannt) steht vor dem Aussterben. Die Tiere sind die bedrohtesten Meeressäuger der Welt. Laut der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN gibt es nur noch 18 von ihnen.

Hollywood-Star Leonardo DiCaprio (l.) sprach mit dem damaligen mexikanischen Präsidenten Enrique Pena Nieto (M.) und dem Milliardär Carlos Slim über die Rettung der Vaquitas.
Hollywood-Star Leonardo DiCaprio (l.) sprach mit dem damaligen mexikanischen Präsidenten Enrique Pena Nieto (M.) und dem Milliardär Carlos Slim über die Rettung der Vaquitas.  © imago images / ZUMA Press

Das hängt mit den Folgen der erbitterten Jagd zusammen. Besonders traurig: Nicht den Vaquitas selbst wird nachgestellt.

Sie haben das Pech, im Golf von Kalifornien (Sea of Cortez) zu leben, in dem auch der ebenfalls vom Aussterben bedrohte Totoaba heimisch ist. 

Dieser gut zwei Meter lange und um die 100 Kilogramm schwere Umberfisch ist auf den Schwarzmärkten Chinas wegen seiner Schwimmblase als vermeintliches Heil- und Anti-Aging-Mittel zu verrückten Preisen gefragt, wie "National Geographic" berichtet.

Die großen Gewinne, die das "Kokain des Meeres" einbringt, lockt die mexikanischen Kartelle, die chinesische Mafia, Schmuggler und Fischer an. Dabei stehen sowohl die Vaquitas, als auch der Totoaba unter strengem Schutz.

Dennoch werden Kiemennetze auf dem Grund des Meeres ausgelegt. 

Die bekamen ihren Namen, weil die Fische mit den Kiemen in den Maschen hängen bleiben, gefangen sind und dadurch jämmerlich ertrinken - wie die Kalifornischen Schweinswale, die zum Luftholen regelmäßig an die Wasseroberfläche müssen.

Von den Golftümmlern gab es laut "WWF" im Jahr 1997 noch geschätzt 567 Tiere. In den vergangenen Jahren ist die Population aber "durch die Einflussnahme des Menschen weiter massiv eingebrochen."

Trailer zur preisgekrönten Doku "Sea of Shadows", die von Leonardo DiCaprio produziert wurde

Widerstand gegen die mexikanischen Kartelle, die chinesische Mafia und Schmuggler formiert sich

Die legendäre Verhaltensforscherin Jane Goodall ist die Botschafterin des Dokumentarfilms "Sea of Shadows". (Archivbild)
Die legendäre Verhaltensforscherin Jane Goodall ist die Botschafterin des Dokumentarfilms "Sea of Shadows". (Archivbild)  © Alessandro Della Valle/KEYSTONE/dpa

Doch es formiert sich ein starker Widerstand gegen die Verbrecher. 

Laut "National Geographic" setzt sich die "Vaquita Conservation and Rescue Mission" gemeinsam mit gut ausgerüsteten Umweltschützern, Forschern, der mexikanischen Marine, Undercover-Agenten und investigativen Journalisten dafür ein, den Schmugglern das Handwerk zu legen.

Über ihren Kampf wurde auch ein Dokumentarfilm  mit dem Namen "Sea of Shadows" gedreht, der von den National Geographic Documentary Films präsentiert wird.

Produziert wurde er von Terra Mater Factual Studios Produktion in Zusammenarbeit mit Malaika Pictures, The Wildlens Collective und Appian Way von Hollywood-Star Leonardo DiCaprio.

Mit der weltbekannten Verhaltensforscher-Legende und Umweltaktivistin Jane Goodall hat er zudem eine namhafte Botschafterin.

Der Trailer zur Doku erinnert hinsichtlich seiner fesselnden Machart stark an Genre-Klassiker wie "Sharkwater - Wenn Haie sterben" (2006) oder "Die Bucht" (2009), die das grausame Abschlachten von Delfinen in Taijii, Japan anprangerte, auf erschütternde Weise darstellte und 2010 völlig verdient den "Oscar" als bester Dokumentarfilm gewann.

Auch "Sea of Shadows" hat schon vier Awards bekommen, darunter auch den Publikumspreis "World Cinema - Documentary" auf dem renommierten Sundance Film Festival 2019.

Ein viel zu häufiges Bild: Ein Vaquita hängt in einem Fischernetz fest.
Ein viel zu häufiges Bild: Ein Vaquita hängt in einem Fischernetz fest.  © Cristian Faesi/WWF/dpa

"Sea of Shadows" feiert seine deutsche TV-Premiere am 2. Mai bei National Geographic

Der preisgekrönte Dokumentarfilm "Sea of Shadows" soll die Welt aufrütteln.
Der preisgekrönte Dokumentarfilm "Sea of Shadows" soll die Welt aufrütteln.  © PR/Stadtkino Filmverleih

Der Film wird hierzulande am 2. Mai um 21 Uhr auf dem Kanal von National Geographic gezeigt.

Anschließend ist die Doku auch über Sky Go, Sky On Demand, Sky Ticket, in der Megathek auf MagentaTV, UPC Schweiz sowie Vodafone Select und GigaTV on Demand verfügbar.

Und man kann nur hoffen, dass sie aufrüttelt und dafür sorgt, dass die Rettungsversuche für die "Kälbchen der Meere", die kleinste Walart der Welt, nicht zu spät kommt.

Die ungefähr 150 Zentimeter langen und bis zu 55 Kilogramm schweren Vaquitas sind als scheue Tiere bekannt, die Menschen und deren Boote meiden, weshalb auch über ihr Verhalten wenig bekannt ist.

Doch sie gehören nicht zu den wandernden Walen und bleiben das ganze Jahr über im Golf von Kalifornien, in dem Fischerei der größte Wirtschaftsfaktor ist. Kein anderer Meeressäuger hat so ein kleines Verbreitungsgebiet. 

Neben dem Menschen werden sie auch durch verschiedene Haiarten wie den Weißen Hai bedroht. Ihre Biologie macht es für den Bestand der Golftümmler schwer, sich dauerhaft zu erholen. Denn erst nach einer Tragezeit von zehn bis elf Monaten bringen sie ein einzelnes Junges zur Welt. Frühestens ein Jahr später paaren sich die Weibchen erneut. Düstere Aussichten für die Zukunft der Vaquitas.

Titelfoto: Cristian Faesi/WWF/dpa

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