Kampf dem Kükentöten: Das wollen Kaufland und Lidl jetzt ändern

Neckarsulm - Millionen männliche Küken sterben jedes Jahr in Deutschland, weil sie keine Eier legen und für die Mast zu wenig Fleisch ansetzen. Bei Kaufland und Lidl (gehören beide zur Schwarz-Gruppe) soll sich nun einiges ändern.

Ein männliches Hühnerküken sitzt auf einer Hand.
Ein männliches Hühnerküken sitzt auf einer Hand.  © Peter Endig/ZB/dpa

"Kaufland verzichtet nun im gesamten Bio- und Freiland-Eier-Eigenmarken-Sortiment auf das Töten der männlichen Küken", heißt es in einer Mitteilung am Dienstagnachmittag. "Bis Ende 2021 sollen die Sortimente vollständig umgestellt sein."

"Wir lassen hier alle am Markt gängigen Methoden zur Vermeidung des Kükentötens zu. Bei der Geschlechterfrüherkennung im Ei ist es uns aus ethischen Gründen ein besonderes Anliegen, die männlichen Eier in einem sehr frühen Bebrütungsstadium auszusortieren", zitiert das Unternehmen Stefan Rauschen, Geschäftsführer Einkauf Frische. "Deshalb ist die Früherkennung bei uns nur zwischen dem 4. und 10. Tag zugelassen."

Auch bei Lidl setze man sich für den Ausstieg aus dem Kükentöten ein. 

Aufbauend auf dem Angebot von "Kükenherz"-Eiern aus der Zucht weiblicher und männlicher Küken (sogenannte Bruderhahn-Aufzucht) seien laut Presseschreiben folgende Maßnahmen geplant:

  • Bis Anfang 2021 sollen Bio-Eier im Sechserpack deutschlandweit auf die Bruderhahn-Aufzucht umgestellt werden.
  • Bis Ende 2021 wolle Lidl bei allen Freiland- und Bio-Schaleneiern auf eine Produktion ohne Kükentöten setzen.
  • Bis Ende 2022 soll die Umstellung des gesamten Schaleneier-Sortiments inklusive der Eier aus der Bodenhaltung abgeschlossen sein.

Für den Ausstieg aus dem Kükentöten sei Lidl offen "für alle im Sinne des Tierwohls anerkannten Alternativen". Wichtig sei, dass sie zügig flächendeckend zur Verfügung stehen.

Titelfoto: Peter Endig/ZB/dpa

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