Naturschutz: Hier retten Rinder und Pferde bedrohte Tier- und Pflanzen-Arten

Kappel-Grafenhausen - Fünf Jahre nach dem Start des Projektes "Wilde Wald-Weiden" im Naturschutzgebiet Taubergießen am Oberrhein haben die Organisatoren eine positive Bilanz gezogen.

Kappel-Grafenhausen: Zwei Rinder stehen im Wald und grasen.
Kappel-Grafenhausen: Zwei Rinder stehen im Wald und grasen.  © Philipp von Ditfurth/dpa

Vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten konnten durch den Einsatz von Rindern und Wildpferden gerettet und am Leben erhalten werden, sagte der Bürgermeister von Kappel-Grafenhausen im Ortenaukreis, Jochen Paleit (CDU). 

Die Artenvielfalt habe sich erhöht, seit in dem Gebiet auf 100 Hektar Fläche ganzjährig 40 Rinder und Wildpferde frei und eigenständig leben und grasen. Taubergießen ist den Angaben zufolge eines der größten Naturschutzgebiete Baden-Württembergs.

Das Projekt "Wilde Wald-Weiden" wurde 2015 gestartet. Rinder und Pferde leben seitdem  im Naturschutzgebiet nicht nur auf Weiden, sondern auch in Wäldern. Dies ist den Angaben zufolge einmalig in Deutschland.

Laut der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg in Freiburg sorgen die Tiere mit ihrem Dung dafür, dass Insekten und Kleinstlebewesen sowie seltene Vögel überleben können. 

Außerdem wachsen vom Aussterben bedrohte Pflanzen und Kräuter, da die Rinder und Pferde natürliche Landschaftspfleger seien.

Das Projekt werde fortgesetzt, sagte Paleit. Im Südwesten findet es sogar schon Nachahmer: In Bahlingen am Kaiserstuhl (Kreis Emmendingen) werde ein ähnliches Projekt realisiert.

Zudem lebten einige der Pferde aus dem Taubergießen mittlerweile auf den Grinden im Nationalpark im Nordschwarzwald und gestalten dort die Landschaft.

Titelfoto: Philipp von Ditfurth/dpa

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