Deine Katze ist aggressiv? Das könnten die Gründe sein!

Deutschland - Jede Katze hat ihr ganz eigenes Temperament, das sie je nach Gemütslage mal mehr oder weniger zur Schau stellt. Doch was passiert, wenn die schlechte Stimmung in echte Aggression umschlägt? 

Lest hier, welche Gründe eine aggressive Katze für ihr Verhalten haben kann und was Ihr dagegen tun könnt.

Plötzliches aggressives Verhalten rechtzeitig erkennen

Die Laune von Katzen kann sich innerhalb kürzester Zeit verändern.
Die Laune von Katzen kann sich innerhalb kürzester Zeit verändern.  © Unsplash/MusicFox Fx

Gerade war noch alles gut, doch plötzlich wird man angefaucht oder gar angegriffen? Zu Recht stellt sich die Frage, warum die Katze plötzlich aggressiv geworden ist.

Und in der Tat können die Ursachen für das angriffslustige Benehmen vielfältig sein. Denn Katzen sind niemals ohne Grund aggressiv. 

Zugleich kann ihre herausfordernde Verhaltensweise eine echte Gefahr darstellen. Zum Beispiel wenn Kinder oder Besucher mit der Katze in Kontakt kommen. Umso wichtiger ist es, dass die Bezugspersonen in einer solchen Situation richtig reagieren. 

Doch woran erkennt man überhaupt, dass die Katze soeben ein aggressives Verhalten an den Tag legt?

Typische Anzeichen für aggressives Verhalten bei Katzen:

  • sie macht einen Katzenbuckel und stellt dabei ihr Fell auf
  • ihre Augen sind weit geöffnet
  • sie starrt ihren Gegenüber intensiv an
  • sie hat stark erweiterte Pupillen
  • die Ohren sind flach am Kopf angelegt
  • die Katze knurrt oder faucht
  • das Maul ist weit geöffnet
  • die Schwanzspitze peitscht angriffslustig umher

Treten ein oder mehrere dieser Körpersprache-Signale auf, ist die Katze vermutlich gerade in einer aggressiven Stimmung und sollte nicht weiter gereizt werden. 

Doch was sind die Ursachen für Aggression(en) bei Katzen?

1. Aggressive Katzen haben oft Schmerzen

Schmerzen führen bei Katzen häufig zu aggressivem Verhalten.
Schmerzen führen bei Katzen häufig zu aggressivem Verhalten.  © Unsplash/niklas_hamann

Ein häufiger Grund für aggressives Verhalten bei Katzen sind Schmerzen. Ebenso wie Hunde können Katzen in der Regel sehr gut ihre Schmerzen überspielen.

Allerdings kann ein reizbareres Verhalten darauf hindeuten, dass die Gesundheit des Stubentigers gerade alles andere als im grünen Bereich ist. 

Schmerzen durch Krankheiten, Abszesse, Parasiten oder Tumore können der Auslöser für die Wesensveränderung der Katze sein. 

Wenn eine Krankheit oder unsichtbare Verletzung vorliegen könnte, sollte der Gang zum Tierarzt Pflicht sein. 

Bei einer genaueren Untersuchung inklusive Blutbildanalyse oder Röntgenbild lassen sich gesundheitliche Auffälligkeiten schnell erkennen. Und selbst falls nichts vorliegt, lassen sich auf diese Weise zumindest Schmerzen als Aggressionsursache ausschließen. 

2. Katzen haben nicht immer Lust auf Streicheleinheiten

Nicht jede Katze hat Lust darauf, ständig gestreichelt zu werden.
Nicht jede Katze hat Lust darauf, ständig gestreichelt zu werden.  © Unsplash/Jesse Borovnica

Wird die Katze besonders angriffslustig, wenn man sie anfasst, könnte eine Berührungsaggression vorliegen. 

In der Folge drückt sie ihr Missfallen mithilfe ihrer Zähne oder einem kräftigen Prankenhieb aus. 

Sofern keine gesundheitliche Beeinträchtigung vorliegt, die diesen Unmut erklären könnte, kann es auch andere Gründe geben. 

Vielen Katzen missfällt es nämlich, wenn sie allzu intensiv gestreichelt und geschmust werden. Springt die Mieze beispielsweise auf den Schoß, betrachten das viele Menschen als Einladung, um sie nun mit liebevollen Berührungen zu versehen. 

Gut möglich ist jedoch, dass die Katze überhaupt nicht gestreichelt werden will, sondern nur ein bequemes Plätzchen zum Dösen suchte. Sie empfindet die Situation nun einengend und reagiert entsprechend darauf. 

Allerdings lassen sich Aggressionen dieser Art meist leicht verhindern. Ganz einfach, indem man die Körpersprache der Katze genau im Auge behält. Denn wie bereits eingangs erwähnt, schickt jede Mieze eine Reihe von Warnungen voraus, um ihren Unmut kundzutun. Wer hier aufmerksam beobachtet, wie Miezi auf die lieb gemeinte Zuwendung reagiert und im Zweifel rechtzeitig aufhört, kann das aggressive Verhalten seines Stubentigers einfach umgehen. 

3. Katzen werden aggressiv bei Angst

Rückzugsmöglichkeiten sind für Katzen ungemein wichtig.
Rückzugsmöglichkeiten sind für Katzen ungemein wichtig.  © Unsplash/Thomas Bormans

Jede Katze benötigt ein gewisses Maß an Freiheit, um sich wirklich wohl zu fühlen. 

Spezielle Rückzugsmöglichkeiten und Orte der Ruhe sind für das Wohlbefinden von Katzen daher ungemein wichtig. 

Werden sie mit einer ungewohnten und damit häufig angsteinflößenden Situation konfrontiert, treten sie gerne freiwillig den Rückzug an. 

Ist das nicht möglich, schlägt die Angst häufig in Aggression um. Fühlen sich Katzen in die Ecke gedrängt und damit nicht sicher, gilt der Spruch: "Angriff ist die beste Verteidigung". 

Als Katzenhalter sollte man daher immer ein Auge auf sein Haustier haben und ihm im Zweifel einen Ausweg aus der Situation anbieten. Das kann bei der Konfrontation mit Fremden ebenso der Fall sein, wie beim Umgang der Katze mit den eigenen Kindern. 

4. Katzen reagieren aggressiv auf dominantes Verhalten

"Wie du mir, so ich dir" - Mit Katzen sollte man sich besser nicht anlegen.
"Wie du mir, so ich dir" - Mit Katzen sollte man sich besser nicht anlegen.  © Unsplash/Makhmutova Dina

Nicht unüblich ist auch, dass Katzen auf Gewalt ihrerseits ebenfalls mit Gewalt reagieren. 

Wurde die Katze in ihrem bisherigen Leben häufig von Menschen oder Tieren angegriffen, kann das ein möglicher Grund für ihr herausforderndes Verhalten sein. 

Es ist daher umso wichtiger, zu keinem Zeitpunkt Gewalt als ein Mittel der Erziehung heranzuziehen.

Geduld und ein liebevoller Umgang sind die Voraussetzung dafür, wenn man das Aggressionspotenzial des eigenen Stubentigers so niedrig wie möglich halten möchte. 

5. Die Aggression ist Teil des Spielverhaltens

Katzen sollten nicht daran gewöhnt werden, dass es okay ist, nach Händen zu kratzen oder zu beißen.
Katzen sollten nicht daran gewöhnt werden, dass es okay ist, nach Händen zu kratzen oder zu beißen.  © Unsplash/Humberto Arellano

Manchmal kann scheinbar aggressives Verhalten auch nur zum Spielgebaren der Katze gehören. 

Wenn die Mieze während des Spiels immer wieder ihr Gegenüber beißt und kratzt, muss hier eingegriffen werden.

Ein solches Spielverhalten ist eine Frage der Erziehung und sollte deshalb nicht toleriert werden. 

Man kann eine solche Verhaltensweise abtrainieren, indem man etwa durch einen Laut klarmacht, dass man gerade Schmerzen hat. Auch kann nach einem solchen aggressiven Benehmen das Spiel einfach abgebrochen und die Katze ignoriert werden, indem der Mensch beispielsweise den Raum verlässt. 

6. Katzen werden im Alter reizbarer und aggressiver

Ältere Katzen sind dankbar für einen ruhigen Lebensabend.
Ältere Katzen sind dankbar für einen ruhigen Lebensabend.  © Unsplash/Nathan Fertig

Ist die Katze bereits etwas älter, ist es nicht ungewöhnlich, dass sie ein zunehmend aggressiveres Verhalten an den Tag legt. 

Ebenso wie bei Menschen ist auch bei alten Katzen das Schmerzempfinden höher, als bei jüngeren Artgenossen. 

Arthritis beispielsweise ist auch bei Senior-Katzen weit verbreitet und sorgt für Schmerzen beim Gehen und Springen. Auch Berührungen können plötzlich als unangenehm empfunden werden. 

Möchte man seinem Stubentiger im Alter etwas Gutes tun, sollte man vor allem für Ruhe und genügend Rückzugsmöglichkeiten sorgen. Auch sollte der Umgang mit der Katze nun noch vorsichtiger und sanfter sein.   

7. Veränderungen im Zuhause sorgen für Stress und aggressives Verhalten

Neue Mitbewohner, ein Umzug, eine renovierte Wohnung oder verstorbene Artgenossen: Stress durch Veränderungen kann bei Katzen zu aggressivem Verhalten führen.
Neue Mitbewohner, ein Umzug, eine renovierte Wohnung oder verstorbene Artgenossen: Stress durch Veränderungen kann bei Katzen zu aggressivem Verhalten führen.  © Unsplash/Tran Mau Tri Tam

Zeigt die Katze innerhalb eines recht kurzen Zeitraums plötzlich ein neues, aggressiveres Verhalten, können schwerwiegende Veränderungen im eigenen Zuhause ein Grund dafür sein. 

Ist ein neues Haustier in die Familie gekommen oder ein lieb gewonnener Freund verstorben?

Vielleicht wurde aber auch kürzlich ein Baby geboren oder Herrchen oder Frauchen haben einen neuen Partner?

Vielleicht fühlt sich "Miezi" auch von einem Artgenossen im Haus oder der Nachbarschaft bedroht?

Allgemein formuliert: Liegt eine Situation vor, die für die Katze Stress bedeuten könnte und die sie nun durch aggressives Verhalten kompensiert? 

In dem Fall sollte man möglichst dafür sorgen, dass die Stressfaktoren auf ein Minimum reduziert werden. 

Oft hilft es hierbei auch, der Katze Rückzugsmöglichkeiten und den ständigen Zugang zu ihren Lieblingsplätzen zu ermöglichen. 

Tipps im Umgang mit aggressiven Katzen

Aggressives Verhalten lässt sich oft schon im Keim ersticken, wenn man versteht, was gerade in der Katze vorgeht.
Aggressives Verhalten lässt sich oft schon im Keim ersticken, wenn man versteht, was gerade in der Katze vorgeht.  © Unsplash/Paul Hanaoka

Was ist also zu tun, wenn die Katze plötzlich aggressiv ist?

Hier findet Ihr noch einmal die wichtigsten Tipps zum Umgang mit angriffslustigen Katzen zusammengefasst:

1. Bietet Eurer Katze jederzeit Rückzugsmöglichkeiten wie Verstecke oder erhöhte Plätze an.

2. Beschäftigt Eure Katze, um für den nötigen körperlichen und geistigen Ausgleich zu sorgen.

3. Geht liebevoll, geduldig und ruhig mit Eurer Katze um und vermeidet Gewalt in jedem Fall.

4. Lasst eine aggressive Katze in Ruhe und versucht sie nicht festzuhalten oder ihr euren Willen aufzudrängen. 

5. Belohnt gutes Verhalten und ignoriert Eure Katze bei unerwünschten Verhaltensweisen und Wutausbrüchen. 

6. Um Aggression durch Schmerzen auszuschließen, sollte die Katze bei einem Tierarzt durchgecheckt werden. 

7. Beobachtet die Körpersprache eures Stubentigers aufmerksam, um es erst gar nicht zu aggressivem Verhalten kommen zu lassen.

Wie Ihr seht, haben Katzen stets einen Grund für ihr angriffslustiges Benehmen. Es ist jedoch Aufgabe des Menschen, diese Ursachen zu erkennen. Ist die Mieze gerade sehr angespannt, lohnt es sich jedoch, ihr einige Momente der Ruhe zu gönnen, damit sie sich ganz von allein wieder abreagieren kann. 

Titelfoto: Unsplash/MusicFox Fx

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