So verändert sich das Verhalten von Zoo-Tieren in Corona-Zeiten

Köln – Nicht nur Menschen haben während des teilweisen Corona-Lockdowns mit großen Umstellungen zu kämpfen. Auch viele der Tiere im Kölner Zoo passen ihr Verhalten an die ungewöhnliche Pandemie-Situation an.

Die wachsamen Erdmännchen halten während des Zoo-Lockdowns vermehrt Ausschau.
Die wachsamen Erdmännchen halten während des Zoo-Lockdowns vermehrt Ausschau.  © Werner Scheurer

Man möchte meinen, dass sich für Ameisenbär, Zebra und Co. in Corona-Zeiten gar nicht so viel verändert. Tatsächlich gehen die Auswirkungen des grassierenden Virus jedoch auch an Tieren nicht spurlos vorbeigeht.

Der Kölner Zoo ist wegen der neuerlichen Corona-Maßnahmen seit Anfang November geschlossen. Normalerweise kommen jährlich rund eine Million Besucher, um die mehr als 10.000 Tiere zu bestaunen.

Besonders die Erdmännchen sind durch das Ausbleiben der Schaulustigen irritiert, wie Biologen des Zoos beobachtet haben. Deshalb halten bei ihnen sogenannte "Wächter" verstärkt Ausschau.

Für gewöhnlich wechseln sich die scheuen Tiere im Schichtdienst ab, doch aktuell wachen manchmal sogar mehrere Erdmännchen gleichzeitig über ihr Umfeld. Die Tierkenner führen diese Verhaltensänderung auf die ungewohnte Situation zurück.

Die Netzgiraffen sind eigentlich die "Stars" des Kölner Zoos. Doch jetzt bleiben die Besucher aus.
Die Netzgiraffen sind eigentlich die "Stars" des Kölner Zoos. Doch jetzt bleiben die Besucher aus.  © Werner Scheurer

Gereckte Hälse und spontane Show-Einlagen

Tierpfleger halten die verspielten Seelöwen mit einem Beschäftigungsprogramm bei Laune.
Tierpfleger halten die verspielten Seelöwen mit einem Beschäftigungsprogramm bei Laune.  © Werner Scheurer

Auch für die vier Netzgiraffen ist der Zoo-Lockdown eine Umstellung. Eigentlich wird ihre Anlage stets von vielen Gästen besucht, doch diese Aufmerksamkeit bleibt nun aus.

Wenn doch einmal ein Pfleger oder Gärtner vorbeiläuft, schauen die Giraffen ihm länger nach und recken ihre Hälse – ein Verhalten, dass sie laut den Verantwortlichen sonst nicht an den Tag legen.

Die Kalifornischen Seelöwen scheinen sich ebenso über jeden Zuschauer zu freuen. In der Regel führen die Wasserakrobaten ihre Tricks vor einem großen Publikum vor. Nun belohnen sie jeden, der sich ihrer Anlage nähert, mit spontanen Schwimmeinlagen und Bauchrutschern.

Da die Tiere von Natur aus neugierig und verspielt sind, haben Pfleger für sie eigene Beschäftigungsprogramme entworfen, die sie auch während der Lockdown-Zeiten noch regelmäßig durchführen.

Und auch für andere Zoo-Bewohner gibt es kleinere Spielereien, um die ruhige Zeit zu überbrücken. In der Bären-Anlage verteilen die Pfleger zum Beispiel Apfelmus und Nuss-Nougat-Creme an Felsspalten, um die Kletterkünste der Fellriesen zu fördern.

Titelfoto: Werner Scheurer

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