Kräuter, Früchte und Co.: So kreativ verhüten Tiere!

Netz - Pille, Kondom, Spirale: Für Menschen gibt es mittlerweile so einige Methoden zur Verhütung. Doch gibt es auch vergleichbare Methoden im Tierreich?

Anubispaviane nutzen eine Frucht zur Empfängnisverhütung.
Anubispaviane nutzen eine Frucht zur Empfängnisverhütung.  © 123RF/ nickdale

In Zoos, National- und Wildparks wird bei Großkatzen sowie Primaten und anderen Säugetieren eine Verhütungsmittel eingesetzt, das ähnlich wie die Pille wirkt.

So wird beispielsweise Nilpferde eine 120 Gramm schwere Pille in Brikettform verabreicht, während Wölfe eine Dreimonatsspritze vom Tierarzt erhalten.

Auch in der freien Wildbahn lassen sich Tiere inzwischen etwas einfallen, um ungewollten Nachwuchs zu verhindern.

Anubispaviane setzen auf eine besonders natürliche Variante:

Wie National Geographic berichtet, fressen die Weibchen eine schwarze kleine Frucht namens "Vitex donaiana", die den Hormonzyklus hemmt. 

Die Wirkstoffe der Pflanze verhindern, dass das Gesäß der weiblichen Paviane anschwillt. 

Das signalisiert den Männchen, dass sie sich einen anderen fruchtbareren Partner suchen müssen.

Pferde nutzen speziellen Trick

Bei Przewalski-Pferden entdeckten Wissenschaftler 2010 zuerst das Abtreibungs-Phänomen
Bei Przewalski-Pferden entdeckten Wissenschaftler 2010 zuerst das Abtreibungs-Phänomen  © 123RF/ Yerbolat Shadrakhov

Auch bei Pferden hat sich Mutter Natur etwas einfallen lassen:

Sieht sich eine Stute mit widrigen Bedingungen wie Futtermangel konfrontiert, kann ihr Körper den heranwachsenden Fötus abstoßen. 

Dieser kommt dann entweder als Totgeburt zur Welt oder bildet sich noch im Mutterleib wieder zurück.

Auch andere Säugetiere wählen diese Form der Geburtenkontrolle.

Ratten können ihre Schwangerschaft sogar pausieren!

Sobald Futterknappheit droht, können die Nager ihre Schwangerschaft "anhalten".

Wenn die Krise überstanden ist und ein ausreichender Vorrat an Nahrung gesichert wurde, geht es mit der Entwicklung des Fötus weiter.

Siebenschläfer verschlafen die Paarungszeit

Siebenschläfer verschlafen gerne mal mehrere Monate.
Siebenschläfer verschlafen gerne mal mehrere Monate.  © 123RF/ Christa Eder

Wenn Siebenschläfer das Gefühl bekommen, dass die kommenden Monate keine erfolgversprechenden Aussichten auf Nachwuchs bieten, legen sie sich einfach schlafen.

Bis zu 11,4 Monate verbringen die Nager dann mit Winterschlaf. Vorher wird sich allerdings noch ordentlich Winterspeck angefressen.

Bei den nachtaktiven Tieren nimmt die Fortpflanzung übrigens erst im fortgeschrittenen Alter einen hohen Stellenwert ein. 

Da wird der Winterschlaf auch mal verkürzt, um sich um die Populationsvergrößerung zu kümmern.

Bei Nacktmullen ähnelt die Fortpflanzung eher einem Ränkespiel.

"Die Nacktmullkönigin setzt alle anderen Nacktmulle durch Beißen, Kratzen und Schikane derart unter Stress, dass ihnen jegliche Lust auf Sex vergeht", erklärt Dr. Mario Ludwig gegenüber National Geographic. 

Sobald die Königin stirbt, werden die Weibchen wieder fruchtbar. Den Kampf um den Thron gewinnt, wer als erstes Nachwuchs gebiert. Lemure verhüten zwar nicht, haben aber ein Kraut für sich entdeckt, dass ihnen bei der Fortpflanzung hilft.

Tanninhaltige Pflanzen in großen Mengen helfen den Tieren, Fehlgeburten vorzubeugen.

Titelfoto: 123RF/ nickdale, 123RF/ Yerbolat Shadrakhov, 123RF/ Christa Eder

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