Nach schwerem Lkw-Unfall: War der Babylöwen-Transport illegal?

Kronau/Landau - Es war ein wirklich heftiger Unfall. Am frühen Dienstagmorgen geriet ein Sprinter auf der A5 bei Kronau ins Schleudern und krachte in einen Klein-Lkw. 

Ein Blick auf die Unfallstelle auf der A5.
Ein Blick auf die Unfallstelle auf der A5.  © pr-video/René Priebe

Vier Menschen wurden dabei verletzt. Doch ein anderes Lebewesen blieb erstaunlicherweise unversehrt: Im Anhänger des Sprinters fanden die Polizisten eine Holzkiste, in der ein Löwenbaby versteckt war. 

Es stand stark unter Stress und musste erstmal aufgepäppelt werden. Dafür wurde Löwenbaby Lea in den Landauer Reptilienzoo (Rheinland-Pfalz) gebracht. 

Inzwischen sei sie "quietschfidel", so der stellvertretende Geschäftsführer des Reptiliums, Dominik Bischoff gegenüber der dpa.  

Außerdem habe Lea "in der Nacht schon angefangen, Milch zu trinken und ein bisschen Hackfleisch zu fressen."

Wie es mit ihr nun weitergeht, ist allerdings offen. 

Eine Auswilderung käme nicht infrage, wie Michael Sehr, Geschäftsführer der Berufstierrettung Rhein-Neckar, erklärte. Denn das Tier wurde schon in Gefangenschaft geboren. Wahrscheinlicher ist dagegen, dass das Löwenbaby in einer Auffangstation für Wildtiere untergebracht wird. 

Zur Bild sagte Sehr: "Das Löwenbaby ist gerade mal sieben Wochen alt und ein Weibchen. Es ist somit viel zu früh von seiner Mutter weggerissen worden."

Waren noch weitere Tiere im Transporter?

Das ist die junge Löwin Lea.
Das ist die junge Löwin Lea.  © Rene Priebe/pr-video/dpa

Doch wer hat der kleinen süßen Lea diese schreckliche Situation überhaupt eingebrockt? 

Wer hat sie in diese enge Kiste gesteckt? 

Und war der Transport legal? 

Nach Angaben der Polizei sind die genauen Hintergründe noch unklar. 

Bei dem Lastwagen, in dem Lea gefunden wurde, handelte es sich jedenfalls um einen slowakischen. 

Polizeisprecher Dennis Häfner erklärte TAG24 außerdem, dass Zeugen einen Greifvogel beobachtet haben, der von der Unfallstelle wegflog.

Ob weitere Tiere bei dem Unfall involviert waren, müsse allerdings noch geprüft werden. 

Gleiches gilt für die Unterlagen zum Löwenbaby, die in dem Lkw gefunden wurden. 

Medial wird längst spekuliert, ob eine Art Tier-Mafia hinter allem stecken könnte. 

Häfner zu TAG24: "Natürlich könnte es sich auch um einen legalen Transport handeln."

Update, 14.56 Uhr: Zeugen sichteten wegfliegenden Tukan, Polizei bittet um Hinweise zum Aufenthaltsort des Vogels

Wie das Polizeipräsidium Mannheim am Nachmittag mitteilte, haben mehrere Zeugen unabhängig voneinander einen Vogel aus dem verunfallten Anhänger fliegen sehen. Wie die Ermittler herausfanden, soll es sich dabei um einen Nashornvogel (der einem Tukan ähnlich ist) gehandelt haben. Am Dienstagnachmittag wollen Zeugen das Tier bei der Kiesgrube nahe Kronau gesichtet haben.

Transportpapiere in slowakischer Sprache wurden bei der Unfallaufnahme sichergestellt und werden jetzt übersetzt und ausgewertet. Nach jetzigem Erkenntnisstand sollte der Transport von der Slowakei aus nach Spanien in den
Raum Barcelona gehen. Ob der Tiertransport rechtmäßig war, wird noch ermittelt.

Die Polizei erhofft sich weitere Hinweise von den drei Fahrzeuginsassen, die derzeit jedoch noch nicht vernehmungsfähig sind. Darüber hinaus wäre es für die Ermittler auch wichtig zu wissen, wo sich der Nashornvogel gerade aufhält. 

Wer das exotische Tier sichtet, wird gebeten, sich mit der nächsten Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Titelfoto: Rene Priebe/pr-video/dpa

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