Kuh qualvoll sterben lassen: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen skrupellosen Landwirt

Themar - Nach dem qualvollen Tod einer kranken "Downer"-Kuh im Landkreis Hildburghausen (Thüringen) drohen dem verantwortlichen Landwirt Konsequenzen für sein Handeln.

Das inzwischen tote Rind lag mehrere Tage einsam vor dem Stall.
Das inzwischen tote Rind lag mehrere Tage einsam vor dem Stall.  © Deutsches Tierschutzbüro e.V

Das kranke Rind war mehrere Tage ohne Wasser und Futter vor dem Stall ausgesetzt worden - entgegen der gesetzlichen Vorgaben. Im Gesetzestext heißt es wortwörtlich: "Dauerhaft Zugang zu Wasser."

Aufnahmen von Zeugen zeigten darüber hinaus, wie das Tier einsam und verlassen auf einem Feld lag, versteckt zwischen Bäumen.

Das Rind, welches an einer chronischen und unheilbaren Darmerkrankung litt, musste notgeschlachtet werden, wie das Deutsche Tierschutzbüro erklärte.

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Zuvor seien dem Tierschutzbüro ähnliche Fälle aus Brandenburg und Rostock gemeldet worden. Vermutet wird, dass die Tiere ausgesetzt worden waren, weil dies kostengünstiger als eine tierärztliche Behandlung sei.

Im Fall der toten "Downer"-Kuh von Themar werden auf den betroffenen Landwirt offenbar Konsequenzen zukommen. Wie das Deutsche Tierschutzbüro gegenüber TAG24 mitteilte, habe die zuständige Staatsanwaltschaft in Meinigen die Ermittlungen aufgenommen.

"Wir hoffen, dass der Landwirt eine empfindliche Strafe erhält, damit es zukünftig nicht mehr zu solcher Tierquälerei kommt. Wir fordern zudem ein Tierhalteverbot, denn wer so skrupellos mit einem Tier umgeht, der sollte keine mehr halten dürfen", sagte Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender vom Deutschen Tierschutzbüro e. V..

Darüber hinaus plant die Tierrechtsorganisation eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen das zuständige Veterinäramt. Grund: Laut Tierschutzbüro war das Amt über den Vorfall informiert, handelte aber zeitverzögert und nicht konsequent.

Titelfoto: Deutsches Tierschutzbüro e.V

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