Mitten im Wolfsgebiet: Tierquäler setzten hilflose Schafe aus

Löbau - Mitten im Wald bei Eibau haben Unbekannte einfach zwei Schafe ausgesetzt. Das eine Tier war trächtig, das andere frisch geschoren und fast nackt. Zum Glück entdeckten Wanderer die abgemagerten Tiere. Nun prüft das Veterinäramt, was da vor sich ging.

Jetzt haben die Tiere erstmal genug Heu, um sich wieder fit zu futtern.
Jetzt haben die Tiere erstmal genug Heu, um sich wieder fit zu futtern.  © Holm Helis

"Sie hatten kein Futter, kein Wasser - und keine Spuren vom Besitzer", sagt Ramona Loske (58), Vorsitzende vom Tierschutzverein Löbau-Zittau, schockiert.

"Um die Tiere herum war alles aufgescharrt, weil sie nach Futter gesucht hatten."

Wanderer hatten die angeketteten Schafe entdeckt, das Veterinäramt und den Verein alarmiert - bei zwölf Grad minus war es bitterkalt.

"Eines der Tiere war geschoren, höchst ungewöhnlich zu dieser Jahreszeit", so Loske. "Das andere war tragend." Beide Tiere konnten sich noch auf den Beinen halten, waren aber sehr abgemagert.

Das geschorene Schaf hatte zudem eine Verletzung am Auge.

Tierschutz-Chefin Ramona Loske (45) päppelt die beiden Schafe auf.
Tierschutz-Chefin Ramona Loske (45) päppelt die beiden Schafe auf.  © Holm Helis
So fanden Tierschützer die armen Schafe im Wald vor.
So fanden Tierschützer die armen Schafe im Wald vor.  © privat

Das Wäldchen liegt am Rande des Territoriums des Großhennersdorfer Wolfsrudels. Das Rudel wird hinter den 17 toten Schafen in Altbernsdorf im Jahr 2019 vermutet. So gesehen hatten die beiden Glück, dass sie von den Raubtieren verschont blieben.

"Bei uns im Tierheim angekommen, sind sie hungrig über das Heu hergefallen", erinnert sich die Tierschützerin. "Wir päppeln die Tiere auf und bringen sie, sobald das Amt es zulässt, zurück in eine ordentliche Herde."

Das Tierheim Bischdorf hat bereits Erfahrung mit Schafen.
Das Tierheim Bischdorf hat bereits Erfahrung mit Schafen.  © Holm Helis

Da im Heim bereits sechs Ziegen und ein Schaf leben, kennen sich die Tierschützer mit der Haltung aus. Der herzlose Besitzer bleibt vorerst unbekannt, denn Ohrenmarken oder Chip hatten beide Tiere nicht.

Titelfoto: Holm Helis

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