Nach fataler Hack-Attacke einer Rivalin: Feuerwehr rettet verwaiste Storcheneier aus Todes-Horst

Wurzen - Ein Eifersuchtsdrama mit tödlichem Ausgang fand kürzlich über den Dächern von Kühren statt. Das brütende Storchenpaar wurde von zwei Artgenossen attackiert. Die Feuerwehr aus Wurzen (Landkreis Leipzig) rückte an, um wenigstens die Eier zu retten. Für den ungeborenen Nachwuchs könnte es so ein Happy End geben.

Im Landkreis Leipzig ist es zu einer fatalen Storchen-Attacke gekommen.
Im Landkreis Leipzig ist es zu einer fatalen Storchen-Attacke gekommen.  © privat/Familie Richter aus Böhlitz

Die Störchin, die im letzten Jahr in diesem Horst brütete, hatte sich wohl verspätet. Ihr voriger Partner war bereits hier und hatte eine Neue gefunden und mit der Brut begonnen.

Als die Ex - mit einem anderen Schnäbler im Schlepptau - endlich ankam, begann der blutige Kampf zwischen den Rivalinnen.

So ist es zumindest das wahrscheinlichste Szenario. Storchenbeauftragter Uwe Seidel: "Alle vier waren unberingt, deshalb wissen wir es nicht ganz genau. Aber es sind meist die Störchinnen, die erbittert um den Brutplatz des Vorjahres kämpfen."

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Und so hackten stundenlang spitze Schnäbel aufeinander ein, bis die werdende Mutter tödlich verwundet vom Horst purzelte.

Auch ihr Gatte trug schwere Verletzungen davon. So musste eilig eine Feuerwehrleiter her, bevor die obsiegende Rivalin die fremden Eier aus dem Nest wirft.

Wegen wetterbedingten Aufenthalten auf den langen Rückreisen - teils aus Südafrika - verspäten sich sächsische Weißstörche hin und wieder. Dann ist der bevorzugte Brutplatz bereits belegt. (Symbolbild)
Wegen wetterbedingten Aufenthalten auf den langen Rückreisen - teils aus Südafrika - verspäten sich sächsische Weißstörche hin und wieder. Dann ist der bevorzugte Brutplatz bereits belegt. (Symbolbild)  © 123RF/Dennis Jacobsen
Dieser Storch hat einen spitzen Schnabel direkt zwischen die Augen bekommen.
Dieser Storch hat einen spitzen Schnabel direkt zwischen die Augen bekommen.  © Uwe Seidel
Der heftige Kampf um die begehrte Immobilie wurde zum Drama. Zum Glück konnte die Feuerwehr Wurzen schnell mit ihrer Leiter anrollen.
Der heftige Kampf um die begehrte Immobilie wurde zum Drama. Zum Glück konnte die Feuerwehr Wurzen schnell mit ihrer Leiter anrollen.  © privat/Familie Richter aus Böhlitz

Geschlüpfte Jungstörche sollen anderen Brutpaaren ins Nest gesetzt werden

Glück im Unglück: Die Eier konnten gerettet werden.
Glück im Unglück: Die Eier konnten gerettet werden.  © Uwe Seidel

Alle vier waren zum Glück unversehrt.

Uwe Seidel steckte sie in einen vorgewärmten Thermobehälter und brachte die kostbare Fracht zum Brutkasten im Storchenhof Loberg (Sachsen-Anhalt).

Seidel: "Der Plan ist, das die geschlüpften Jungstörche dann anderen Brutpaaren ins Nest gesetzt werden. Das klappt meistens recht gut."

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Vom Drama um ihre Eltern werden sie nie erfahren.

Das obsiegende Paar hat sich nun ins gemachte Nest gesetzt und ebenfalls mit der Brut begonnen.

So wird es trotz des Todesfalls auch in diesem Jahr in Kühren Storchennachwuchs geben.

Titelfoto: Montage: Uwe Seidel; privat/Familie Richter aus Böhlitz

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