Nach tödlichem Storch-Streit: Drei Waisenkinder auf der Suche nach einer neuen Familie

Wurzen/Pegau - Nach einem Eifersuchts-Drama unter Störchen, das eine brütende Mutter nicht überlebte, konnten mithilfe der Feuerwehr Wurzen vier Eier aus dem Horst gerettet werden. Inzwischen sind drei Storchenbabys geschlüpft - eines hat bereits eine neue Familie.

Ida (r.) wurde gerade in den Horst gesetzt. Ihr neuer Bruder stellt sich wegen des Schreckens erst mal tot.
Ida (r.) wurde gerade in den Horst gesetzt. Ihr neuer Bruder stellt sich wegen des Schreckens erst mal tot.  © Uwe Seidel

Auf dem Storchenhof Loburg (Sachsen-Anhalt) kamen die Eier in den Brutkasten. Eins erwies sich als unfruchtbar, doch Paul, Socke und Ida sind wohlauf. Storchenfreund Uwe Seidel, der an der Rettung maßgeblich beteiligt war, holte Ida dieser Tage ab und brachte das kleine Storchenmädchen nach Pegau.

Dort hat ein Paar lediglich ein Kind im gleichen Alter aufzuziehen - Ida wurde einfach ins Nest gesetzt. Uwe Seidel: "Meistens klappt das. Störche orientieren sich kaum am Geruch. Und zählen können sie auch nicht."

Bedingung ist, dass sich das Kuckuckskind artgerecht verhält: Seidel: "Es muss sich den Eltern unterwerfen, ehrerbietig um Futter betteln und darf nicht frech werden."

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Damit sie das so lernen, werden die Schlüpflinge in Loburg nicht mit der Hand, sondern von einer Storchenschnabel-Attrappe gefüttert.

Auch Idas Brüder Paul und Socke sollen zeitnah in eine Adoptivfamilie in Sachsen kommen.

Titelfoto: Uwe Seidel

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