Nach verheerenden Buschbränden: Beinahe ausgestorbene Maus wieder aufgetaucht!

Kangaroo Island (Australien) - Vor der Corona-Pandemie sprach die ganze Welt über die verheerenden Buschfeuer, die monatelang in Australien wüteten. Vor allem die Tierwelt war von den Bränden massiv betroffen. Naturschützer haben nun jedoch einen großen Grund zur Freude.

Die rund 20 Arten der Schmalfuß-Beutelmaus (im Englischen "Dunnart") leben in Australien und Neuguinea.
Die rund 20 Arten der Schmalfuß-Beutelmaus (im Englischen "Dunnart") leben in Australien und Neuguinea.  © 123RF Premium/123RF

So wurden kürzlich 50 neue Populationen der niedlichen Schmalfuß-Beutelmaus entdeckt, wie "The Guardian" berichtet.

Auf Kangaroo Island, der drittgrößten Insel Australiens, galt das winzige Beuteltier fast schon als ausgestorben: 450 von 500 Populationen sollen den Feuern laut Experten zum Opfer gefallen sein. Etwa 90 Prozent ihrer natürlichen Lebensräume wurden zerstört.

Auf der Suche nach den Überresten des mausähnlichen Raubbeutlers konnten Forscher und Tierschützer nun jedoch aufatmen: Ein Exemplar lief ihnen direkt über den Weg. Nach weiterer Suche konnten insgesamt 50 Populationen ausgemacht werden.

Die Wissenschaftler arbeiten nun daran, die nicht zerstörten Gebiete so lebenswert wie möglich für die Tiere mit dem markanten graubraunen Fell zu machen und deren Ausbreitung auf der 222 Hektar großen Fläche zu kontrollieren.

Die Forscher installieren Sensorkameras, legen Schutztunnel an und fangen Wildkatzen ein, die in das unverbrannte Gebiet im Westen der Insel gezogen sind. Diese Maßnahmen seien "unglaublich wichtig", damit die Schmalfuß-Beutelmäuse eine Zukunft hätten.

"Dies ist eine Art, die ohne helfende Hand nicht überleben wird", erklärt Darren Grover vom WWF Australien. "Es ist auch ein Verdienst der Feuerwehrleute, dass dieser kritische Lebensraum den Flammen entkommen konnte. Die umliegenden Flächen im Süden und Osten sind alle ausgebrannt", so Grover. "Deshalb ist es so wichtig, die wenigen Standorte zu überwachen und zu verwalten, die den verbleibenden Mäusen Zuflucht bieten."

Nach den Buschbränden stellen nun Wildkatzen die größte Bedrohung für Schmalfuß-Beutelmäuse dar

Die Naturschützer verschweigen dabei nicht, dass das Überleben der Schmalfuß-Beutelmäuse vor allem zu Lasten der Wildkatzen gehen wird: Eingefangene Katzen werden eingeschläfert und gegebenenfalls obduziert, um in deren Mägen zu erkennen, welche Arten sie gejagt haben.

"Ich glaube nicht, dass die Katzen überhaupt von den Bränden betroffen waren", rechtfertigt sich Grover. "Schon eine Katze könnte eine ganze Population auslöschen. Wir haben jetzt Katzenfallen ausgelegt, die das Buschland umgeben, und einen Vollzeitmitarbeiter eingestellt, der nur daran arbeitet, sie einzusammeln."

Titelfoto: 123RF Premium/123RF

Mehr zum Thema Tiere:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0