Nashorn-Dame seit Tod ihres Partners deprimiert: Tierpfleger haben geniale Idee

Dhaka - Weil eine einsame Nashorn-Dame in einem Zoo in Bangladesch an Depressionen leidet, kamen Tierpfleger auf eine besondere Idee.

Das Tier leidet oft unter Depressionen in Abwesenheit ihres Partners Kanchan, der vor mehr als sieben Jahren starb.
Das Tier leidet oft unter Depressionen in Abwesenheit ihres Partners Kanchan, der vor mehr als sieben Jahren starb.  © Nazrul Islam/dpa

Ihr wurden nun zwei Schafe ins Gehege gestellt!

Das habe schon einmal funktioniert, sagte Zoodirektor Abdul Latif der Deutschen Presse-Agentur. Vor gut sieben Jahren sei der ehemalige Partner des Nashorns verstorben und auch damals sei Nashorn-Weibchen Kanchi deprimiert gewesen.

Ein Schaf habe sie einige Jahre aufheitern können - bis es 2019 schwer erkrankt sei. Eigentlich sucht der Zoo einen Partner für das 13-jährige Tier. Wegen Corona-Beschränkungen habe das laut Latif bislang nicht geklappt.

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Nashorn Kanchi sei deprimiert, sagte Zoowärter Farid Mia. Das Tier würde die Hälfte des Futters zurücklassen, die meiste Zeit nur in einem Graben liegen und stundenlang nicht auf seine Rufe reagieren.

Dabei sei das Tier eigentlich eine der Hauptattraktionen des Zoos, den nach eigenen Angaben jährlich vier Millionen Menschen besuchen. Nun bräuchte Kanchi wirklich einen Partner, sagt Mia.

Auch weil sie noch fruchtbar sei und Nashörner in Gefangenschaft bis zu 40 Jahre alt werden könnten.

Artenschutzexpertin: Nashorn-Dame als Partnerin besser

Die einsame Nashorn-Dame Kanchi lebt seit dem Tod ihres Partners Kanchan vor sieben Jahren allein im Nationalzoo.
Die einsame Nashorn-Dame Kanchi lebt seit dem Tod ihres Partners Kanchan vor sieben Jahren allein im Nationalzoo.  © Nazrul Islam/dpa

Auch andere Zoos hätten schon Nashörner mit Huftieren in ein Gehege platziert, sagt Artenschutzexperte James Brückner vom Deutschen Tierschutzbund. Das könne funktionieren, sei aber nicht immer unproblematisch, da es in Einzelfällen zu Angriffen gegenüber den anderen Tierarten kommen könne.

Ob Kanchis Verhaltensänderung tatsächlich auf einen Mangel an Kameraden oder etwa auf andere Aspekte ihrer Haltungsbedingungen zurückzuführen seien, sei schwer zu sagen, sagt die Leiterin Tierrettung bei der Tierschutzorganisation IFAW, Katie Moore.

Nabu-Artenschutzexpertin Barbara Maas ergänzt, dass Breitmaulnashörner wie Kanchi eine komplexe Sozialstruktur hätten. Weibchen lebten in Gruppen von bis zu 14 Individuen mit ihren Kälbern. Erwachsene Bullen seien hingegen territorial und lebten meist als Einzelgänger. Sie fände also eine Nashornpartnerin besser.

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Dies schlage auch die European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) auf ihrer Internetseite für die Haltung vor.

Titelfoto: Nazrul Islam/dpa

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