Oft nur ein Pandemie-Projekt: So steht es um die "Corona-Tiere" in Sachsen-Anhalt

Halberstadt/Bonn - In Sachsen-Anhalt sind nach Angaben des Tierschutzbunds noch vergleichsweise wenig Tierheime akut von vermehrten Abgaben nach den Corona-Lockerungen betroffen.

Einen Rückgabe-Boom von in der Pandemie angeschafften Tieren gibt es in Sachsen-Anhalt nach Angaben des Tierschutzbunds noch nicht.
Einen Rückgabe-Boom von in der Pandemie angeschafften Tieren gibt es in Sachsen-Anhalt nach Angaben des Tierschutzbunds noch nicht.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Einige Tierheime würden trotzdem an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, teilte der Verein der Deutschen Presse-Agentur mit. Die große Abgabewelle sei zwar noch nicht da, allerdings scheine sie in einzelnen Tierheimen langsam anzurollen - die Sorge sei groß.

Tierschützer befürchten, dass Menschen sich während der Corona-Pandemie leichtfertig Tiere angeschafft haben könnten und diese nun nach dem Lockdown wieder loswerden wollen.

Im Katzenhaus der Tierschutzstation Halberstadt im Harz warten jetzt schon viele Katzen auf ein neues Zuhause. Für die Rückgabe der Tiere würden viele Gründe genannt - zum Beispiel Allergien. An manchen Motiven gebe es aber auch Zweifel.

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Bundesweit zeichnet sich den Angaben zufolge die von Tierschützern befürchtete Abgabewelle von "Corona-Tieren" langsam ab: Immer mehr Heime nehmen Tiere auf, die während der Pandemie im Internet, beim Züchter oder im Zoofachhandel oder über illegale Wege angeschafft wurden.

Der Tierschutzverein Schönebeck im Salzlandkreis meldete laut Tierschutzbund etwa, dass sein Tierheim derzeit vor allem mit vielen illegal gehandelten Hundewelpen aus Osteuropa zu tun hat. Auch das ist laut Tierschutzbund eine traurige Folge des Haustierbooms und der verstärkten Nachfrage nach Haustieren während der Pandemie. Illegaler Welpenhandel habe durch die Corona-Krise einen Aufschwung erfahren.

Im Katzenhaus der Fundtierunterkunft Halberstadt warten viele Tiere auf ein neues Zuhause.
Im Katzenhaus der Fundtierunterkunft Halberstadt warten viele Tiere auf ein neues Zuhause.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Menschen wollen ihr "Pandemieprojekt" wieder loswerden

Bei den Abgaben handelt es sich den Angaben zufolge in den seltensten Fällen um Rückgaben von Tierheimtieren.

"Wir gehen vielmehr davon aus, dass viele Menschen, die sich während der Pandemie vorschnell und unüberlegt Tiere beim Züchter, im Zoofachhandel oder schlimmstenfalls über dubiose Internetangebote gekauft haben, sich nun mit dem Tier langweilen oder überfordert sind und ihr "Pandemieprojekt" wieder loswerden wollen", heißt es seitens des Tierschutzbunds.

Ein Haustier sei ein Lebewesen und koste auch Zeit, Geld und Mühe. Das werde leider oft vergessen.

Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

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