Pinguine laufen durchs Museum und können ihre Augen nicht von den Gemälden abwenden

Kansas City - Während die Menschen im Corona-Lockdown zu Hause bleiben mussten - und in einigen Ländern auch weiterhin zu Hause sind -, haben Pinguine auf der ganzen Welt eine tolle Zeit: In Chicago gingen sie ins Aquarium (TAG24 berichtete) oder durchstreiften die Straßen von Kapstadt. Und in Kansas City erhielten sie sogar ihre erste Stunde in Kunstgeschichte.

Offenbar haben die Pinguine Gefallen an barocker Kunst gefunden.
Offenbar haben die Pinguine Gefallen an barocker Kunst gefunden.  © Screenshot Facebook/The Nelson-Atkins Museum of Art

Pinguine aus dem Kansas-City-Zoo besuchten kürzlich das nahe gelegene Nelson-Atkins Kunstmuseum und wanderten durch die Hallen, während sie Meisterwerke des Barock und des Impressionismus bewunderten. Darüber informierte das Haus auf seiner Webseite und in den sozialen Medien.

Die drei Humboldt-Pinguine bestaunten Gemälde von Caravaggio sowie Monet und überraschten Julián Zugazagoitia, Vorstandmitglied und CEO des Museums, mit ihrem Kunstgeschmack.

In einem Interview mit "Insider" sagte er, dass er zunächst davon ausging, dass die Pinguine von Monets "Seerosen" fasziniert sein würden.

"Der Grund, warum wir die Pinguine den 'Seerosen' aussetzen wollten, ist, neben der Tatsache, dass es eines unserer Lieblingsbilder ist, dass es so beruhigend ist", sagte er. 

Und weiter: "Wir dachten, dass sie vielleicht auf die entspannende Wirkung dieses Gemäldes reagieren würden. Aber sie liefen weiter herum."

Doch die Pinguine scheinen weitaus größere Barockfans zu sein, als gedacht!

Besuch im Museum war als Aprilscherz gedacht

Einer der drei Pinguine vor Monets "Seerosen".
Einer der drei Pinguine vor Monets "Seerosen".  © Screenshot Facebook/The Nelson-Atkins Museum of Art

"Ich denke, sie haben sich dort sehr wohl gefühlt. Sie schienen mehr Zeit dort verbringen zu wollen und sich alles genauer anzuschauen. Die Räume sind warm, die Wände rot und auf den Gemälden ist viel los", sagte der Zugazagoitia.

Er wisse nicht, "ob die Pinguine menschliche Figuren erkannt haben" und sie die Bilder deshalb länger betrachteten. "Sie interagieren gerne mit Menschen. Aber vielleicht mögen sie auch einfach die alten Meister." 

Doch wie kommt man auf die Idee, Pinguine ins Museum zu bringen? Ganz einfach: Es begann mit einem Aprilscherz!

Am 1. April rief Zugazagoitia Randy Wisthoff an, er ist der Direktor des Kansas-City-Zoos. Bei der Gelegenheit wollte er nach dessen Konzept für die Wiedereröffnung nach dem Corona-Lockdown fragen.

"Ich rief ihn an, um zu sehen, wie die Planungen laufen und wann das Museum wieder aufmachen könnte. Dann sagte ich als Scherz: 'Hey, warum bringst du nicht einige deiner Pinguine ins Museum?'"

Zoo und Museum planten die Aktion gemeinsam

Die entzückenden Pinguine wanderten frei durch die Museumshallen, als sie alten Meisterwerke bewunderten.
Die entzückenden Pinguine wanderten frei durch die Museumshallen, als sie alten Meisterwerke bewunderten.  © Screenshot Facebook/The Nelson-Atkins Museum of Art

"Ich dachte, er würde das für eine verrückte Idee halten", fügte Zugazagoitia hinzu. "Aber er sagte: 'Natürlich, wann?' Also ging es von albernen Witzen mit einem Freund zu etwas Möglichem und Realem." 

Um die Sicherheit der Vögel und auch der Kunstwerke zu garantieren, planten Mitarbeiter des Zoos und des Museums den Besuch gemeinsam. Während der Kunst-Tour der Tiere durch die einzelnen Hallen, folgten sie den drei Frackträgern, die aufgeregt umher watschelten.

Dabei sei ihr Verhalten dem der üblichen Museumsgäste durchaus ähnlich gewesen, sagte Zugazagoitia. Das habe ihn überrascht.

"Sie reagierten sehr ähnlich wie unsere Besucher, wenn sie durch die Räume laufen und hier und dort ein wenig länger hinschauen", sagte er. 

Die Pinguine hätten, wie die Menschen, eine durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne von acht bis zehn Sekunden gezeigt. Doch das ist noch nicht alles!

Hier seht Ihr den lustigen Pinguin-Besuch im Museum:

Dieser Pinguin scheint von Caravaggios Werken angezogen zu sein.
Dieser Pinguin scheint von Caravaggios Werken angezogen zu sein.  © Screenshot Facebook/The Nelson-Atkins Museum of Art

Weil die Pinguine Peruaner sind, sprach Zugazagoitia mit ihnen auf Spanisch, als sie das Museum erkundeten. "Ich bin kein Tier-Experte. Aber es war zu sehen, dass sie aufpassen und sehr neugierig sind. Ich denke, es ist auch ein Zeichen der Zeit, dass es gut ist, sich Leichtigkeit zu bewahren, skurril zu sein und ein bisschen Spaß zu haben."

Titelfoto: Screenshot Facebook/The Nelson-Atkins Museum of Art (Montage)

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