"Schweine-Stau" in Ställen: Hilfen für Landwirte werden geprüft

Düsseldorf - Nordrhein-Westfalen erwägt Hilfen für Ferkelerzeuger und Sauenhalter, die unter corona-bedingten Schließungen von Schlachthöfen leiden.

Die Schweine in Mastställen wachsen weiter, weil die Schlachthöfe eingeschränkt laufen.
Die Schweine in Mastställen wachsen weiter, weil die Schlachthöfe eingeschränkt laufen.  © picture alliance / dpa

Nächste Woche müsse geprüft werden, wie kritisch die Lage sei und ob eine Unterstützung des Landes nötig werde, sagte NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. 

Die Größenordnung möglicher Kompensationen könne sie noch nicht beziffern.

Falls der Großschlachter Tönnies in Kürze wieder seinen Betrieb aufnehmen könne, werde "der Schweine-Stau", der sich in den vergangenen Wochen in den Ställen gebildet habe, aber relativ zügig wieder abgearbeitet werden können, sagte Heinen-Esser. 

In dem Fall sei eine Landeshilfe nicht erforderlich.

"Aber man muss sich klar sein: Es wird kein Schlachtbetrieb in absehbarer Zukunft auf 100 Prozent laufen. Das geht aus Gesundheitsschutzgründen nicht", betonte die Ministerin.

Tönnies schlachtet 40 Prozent der Schweine in NRW

Als Konsequenz aus der Corona- und der daraus resultierenden Schweine-Krise müsse darüber nachgedacht werden, wie der Schlachtbetrieb stärker regionalisiert werden könnte, "damit nicht die Abhängigkeit von einzelnen Betrieben so groß ist, wie sie zur Zeit ist". Tönnies stelle allein 40 Prozent der Schlachtkapazitäten in NRW.

Der Engpass in den Schweineställen spitzt sich zu seit der Schlachtbetrieb am Hauptsitz des Branchen-Riesen Tönnies im ostwestfälischen Rheda-Wiedenbrück Mitte Juni nach massenhaften Corona-Infektionen Beschäftigter stillgelegt worden war.

Am Freitag beschäftigt sich der Landwirtschaftsausschuss des Landtags in einer Sondersitzung mit der Krise.

Titelfoto: picture alliance / dpa

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