Ohne Essen im Winter: So können die Thüringer den Igeln helfen, zu überleben

Altenburg/Jena - Parasiten, Autos, Mähroboter: Ein Igel zu sein ist nicht leicht, auch nicht in Thüringen. Neben diesen Gefahren kam in den vergangenen Jahren noch ein weiteres Problem hinzu: Wegen der Trockenheit und dem Insektensterben fehlt den kleinen Tiere oftmals Essen. Dabei brauchen sie Fettpolster, um den Winter zu überleben. 

Igel brauchen im Winter die Hilfe der Menschen. (Symbolbild)
Igel brauchen im Winter die Hilfe der Menschen. (Symbolbild)  © 123RF/Piotr Krześlak

Neben Insekten seien auch weniger Würmer und Schnecken zu finden, die normalerweise auf dem Speiseplan der Stacheltiere stehen. "Unsere Igel leiden große Not", sagte Stefanie Meißner vom Verein Igelhilfe Altenburg gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). 

"Gartenbesitzer sollten ruhig etwas Katzenfutter und Wasser für die Tiere herausstellen", so ihr Tipp.

Der gleichen Meinung ist auch Roland Seime, der mit seiner Frau für den Umweltverband Nabu eine Igelstation in Jena betreibt. Neben Katzenfutter werde auch Rührei gern von den Tieren gefressen, erklärte er und mahnt zugleich. 

"Dabei sollte man es aber nicht übertreiben und die Tiere zu sehr von der Natur entwöhnen. Denn es sind Wildtiere." Auch tote Amphibien oder Mäuse - etwa von der Katze oder per Falle erlegt - könnten Igeln als Futter dienen. Gefährlich werde es aber, wenn die Tiere vergiftete Mäuse fressen.

Parasiten und Gartengeräte setzen den Winzlingen schwer zu

Einerseits setzten Parasiten Igeln zu, erklärte Seime. Andererseits seien die Tiere vielen Gefahren durch Menschen ausgesetzt: Nicht nur im Straßenverkehr, auch in Gärten durch Motorsensen und Mähroboter.

"Ich habe dieses Jahr 40 Igel bekommen, die von Rasenmährobotern schwerst verletzt wurden", berichtete Stefanie Meißner. Nur etwa jeder Vierte habe überlebt. Gartenbesitzer sollten deswegen sehr umsichtig mit solchen Geräten sein und genau prüfen, wo sie eingesetzt werden. 

So leicht kann den Igeln geholfen werden

Trotz aller Tierliebe mahnten die Experten vor übereiltem Handeln, wenn derzeit Igelkinder gefunden werden. Bei einem Gewicht von mehr als 250 Gramm reiche es, sie draußen zuzufüttern, sagte Stefanie Meißner. Ansonsten sollte zunächst beobachtet werden, ob nicht doch die Mutter oder Geschwister in der Nähe seien, bevor eingegriffen werde. 

Helfen könnten Tierfreunde auch, indem sie ihre Gärten naturnah gestalteten, erklärte Seime. Denn in weitgehend aufgeräumten Gärten fänden die Tiere nicht nur weniger Nahrung, sondern auch kaum geeigneten Unterschlupf. Da könnten Holzkisten als Igelhäuser etwas Abhilfe schaffen, so der Fachmann.

Nach Angaben des Thüringer Umweltministeriums ist der Igel hierzulande zwar nach wie vor weit verbreitet und "mäßig häufig" anzutreffen. Die Zahl der Tiere sinke aber, so dass der Igel auf der Vorwarnliste zur Roten Liste gefährdeter Arten stehe, hieß es.

Titelfoto: 123RF/Piotr Krześlak

Mehr zum Thema Tiere:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0