Kühe greifen Urlauber an? So verhältst Du Dich auf der Weide richtig

München - In Corona-Zeiten ist der Urlaub daheim wieder attraktiv geworden. Wer nicht an Nord- oder Ostsee fährt, reist gen Süden, in die Berge. Hier kommt es dann zur seltenen Begegnung: Städter - Vieh, meist mit unerfreulichem Ausgang. 

Wanderer in Tirol begegnen einer Kuh am Großglockner. (Archivbild)
Wanderer in Tirol begegnen einer Kuh am Großglockner. (Archivbild)  © Expa/ Johann Groder/APA/dpa

Wie man sich auf Tierweiden richtig verhält, ist vielen offenbar nicht klar. Kaum sind die Grenzen wieder offen, strömen deutsche Touristen nach Österreich zum Wandern. 

Vor eine Woche erst wurde bekannt, dass mehrere deutsche Urlauber auf einer Weide in Tirol von Kühen angegriffen und zum Teil verletzt wurden (TAG24 berichtete). 

Die Touristen hatten eine umzäunte Weide betreten, obwohl Wandtafeln über die potenzielle Gefahr durch die Tiere informieren. 

Dabei handelt es sich um keine Ausnahme: Jedes Jahr greifen Kühe unvorsichtige Wanderer an, weil sie ihre Kälber beschützen wollen oder sich bedroht fühlen. 

Stadtmenschen schätzen das Verhalten von Rindern, Pferden oder Ziegen in der Natur meist falsch ein und reagieren leichtsinnig. Dass es sich bei einer Kuh eben nicht um ein harmloses Schmusetier handelt, wird schnell vergessen. 

Wanderer sollten bedenken, dass sie auf einer Alm zu Gast sind. Gewisse Verhaltensregeln sind also zur Sicherheit von Mensch und Tier geboten. 

5 Tipps zum richtigen Verhalten auf der Alm

1. Wanderwege:  Grundsätzlich solltest Du immer auf den markieren Wanderwegen bleiben und Dir nicht selbst einen Pfad über die Weiden suchen. 

2. Gruppen: Seid Ihr als Gruppe unterwegs, solltet Ihr auch auf der Weide zusammen bleiben und nicht herumtrödeln.

3. Kinder: Ruhiges Verhalten ist das A und O, Kindern sollte man vor dem Betreten der Weide erklären, dass sie zwischen den Tieren nicht herumtoben oder schreien sollten.

4. Nicht trödeln: Verweilt nicht unnötig zwischen den Tieren. Überquert die Weide ruhig, aber zügig. 

5. Hinweisschilder: Achtet am Eingang der Alm auf Hinweistafeln zum Verhalten und verhaltet Euch entsprechend.

Mehr Tipps findest Du auch hier, bei "aktion tier e.V.".

So gehst Du richtig mit Weidetieren um

Eine Alm ist kein Streichelzoo, die Tiere sollten einfach in Ruhe gelassen werden. (Symbolbild)
Eine Alm ist kein Streichelzoo, die Tiere sollten einfach in Ruhe gelassen werden. (Symbolbild)  © Stephan Jansen/dpa

Die Tiere haben immer den Vortritt. Falls Dir eine Kuh entgegenkommt, solltest Du ausweichen und Ihr den Pfad überlassen. 

Statt eine Herde zu durchqueren, solltest Du, wenn möglich drumherum gehen. Achte dabei darauf kein Tier vom Rest seiner Gruppe zu trennen. 

Schrecke Weidetiere niemals auf, laufe ihnen nie hinterher und schlage oder stoße die Tiere nicht. 

Nähert sich eine Kuh, weiche zurück und rede leise und beruhigend vor Dich hin. Vermeide es, die Tiere direkt anzusehen oder anzusprechen. 

Hunde sind oft die Ursache für Panik in der Herde. Deshalb sollten sie auf einer Alm immer angeleint werden. Nur wenn eine Kuh tatsächlich Anstalten macht, Deinen Hund anzugreifen, solltest Du ihn von der Leine lassen, damit er fliehen kann. 

Eine Weide ist kein Streichelzoo. Die Tiere sollten hier nicht von Wanderern gefüttert oder gar angefasst werden. Das gilt vor allem für süße Kälbchen in Begleitung ihrer Mütter. 

Titelfoto: Expa/ Johann Groder/APA/dpa

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