Tierheim vor dem Kollaps: "Wir können nur noch hoffen"

München - Das Tierheim in der Landeshauptstadt schlägt Alarm: "Wir können nur noch hoffen, dass wir eine Ausnahmeregelung bekommen", so Kristina Berchtold.

Sollte es keine Ausnahmeregel geben, brechen für Tierheime dunkle Zeiten an.
Sollte es keine Ausnahmeregel geben, brechen für Tierheime dunkle Zeiten an.  © 123rf/andreykuzmin

Sie ist für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Münchner Tierheims zuständig.

Und die Situation ist brisant, wie sie im Gespräch mit TAG24 berichtet: "Im schlimmsten Fall, wenn sich also nichts ändert, müssen wir auf kurz oder lang zusperren."

Es sind die Folgen der Ausgangsbeschränkungen, die durch das Coronavirus in Kraft getreten sind. 

Aus diesem Grund musste auch die Tiervermittlung komplett eingestellt werden. Und genau hier liegt der Ursprung des drohenden Kollaps.

"Wir bekommen weiterhin ständig Tiere rein. Aber wir dürfen keine mehr rausgeben. Das heißt, dass unsere Kosten und der Aufwand ansteigen, der Platz zeitgleich schrumpft", erklärt Berchtold.

Und es ist davon auszugehen, dass der Bedarf an Platz auch in den nächsten Tagen und Wochen weiterhin steigen könnte.

Spenden fallen weg, Futterbedarf steigt

Die Tiere werden so gut es geht versorgt. Doch finanziell wird es immer enger. (Symbolbild)
Die Tiere werden so gut es geht versorgt. Doch finanziell wird es immer enger. (Symbolbild)  © 123RF/Jozef Klopacka

"Die Zahl der Infizierten steigt weiter an. Manche von denen haben Haustiere", erläutert sie.

Diese kämen dann zu den ohnehin abgegebenen tierischen Begleitern hinzu. Man stelle sich bereits jetzt darauf ein, dass man seine Kapazitäten ausreizen müsse.

Die Tiere selbst werden weiterhin ausreichend beschäftigt: "Zwar dürfen nun keine Ehrenamtlichen mehr mit beispielsweise den Hunden Gassi gehen, dafür haben unsere Mitarbeiter jedoch mehr Zeit, da kein Kundenverkehr herrscht." Hier hält sich die Situation also noch in der Waage.

"Doch vor allem finanziell steuern wir auf große Probleme zu", gesteht die Pressesprecherin. Eine steigende Anzahl von Hund, Katze & Co. bedeutet schließlich auch mehr Futter, mehr Pflege, mehr Versorgung. Das kostet.

Zeitgleich fallen weniger Spenden an: "Wir mussten ein paar Veranstaltungen absagen, durch die wir wichtige Einnahmen generiert hätten." Es sind Probleme, die viele Tierheime in Bayern derzeit vor große Herausforderungen stellen. Doch es kann geholfen werden.

Wie kann man den Tieren im Heim helfen?

Vor allem Futterspenden kann die Belegschaft sehr gut gebrauchen. "Die können wir aber nur annehmen, wenn sie uns per Post erreicht." Persönlich ist eine Abgabe also nicht möglich. Aber immerhin bleibt diese Option.

Damit wäre schon viel Ballast von den Schultern genommen. Spenden kann man natürlich weiterhin. Und auch Tierpatenschaften bieten sich an.

"Man könnte für kleines Geld im Monat verschiedene Tiergruppen unterstützen", so Kristina Berchtold. Oder beispielsweise 50 Euro im Monat in den Trinkgeldnapf eines ganz speziellen Bewohners legen. Möglichkeiten gibt es also auch hier einige.

Titelfoto: 123rf/andreykuzmin

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