Papagei misshandelt und eingepfercht: Tierschützer erleben dann eine Überraschung

Preston - Eine Mitarbeiterin der britischen Tierschutzorganisation RSPCA traute ihren Augen kaum. Nachdem sie von besorgten Bürgern vermehrt Anrufe wegen eines scheinbar schwer verletzten Papageis in einem viel zu kleinen Käfig bekam, erlebte sie vor Ort eine faustdicke Überraschung. 

Echt oder unecht? Dieser Papagei ist der aus einem Pippi-Langstrumpf-Film bekannte Ara Papagei namens Rosalinda. Er verstarb im Februar 2019 im Alter von 51 Jahren.
Echt oder unecht? Dieser Papagei ist der aus einem Pippi-Langstrumpf-Film bekannte Ara Papagei namens Rosalinda. Er verstarb im Februar 2019 im Alter von 51 Jahren.  © Uli Deck/dpa

Die 'Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals', kurz RSPCA, ist eine Tierschutzorganisation aus England und Wales. 

1824 gegründet, setzten sich die Mitarbeiter fortan für den Schutz und die Verhütung von Gewalt und Grausamkeiten gegenüber Tieren ein.

Dabei kommt es häufig vor, dass sich auch Bürger bei ihnen melden und mögliche Verstöße gegen geltendes Recht zum Schutze und Wohle der Tiere rapportieren.

So nun auch geschehen im englischen Preston. Besorgte Bürger beobachteten einen exotischen Vogel im Garten der Hauseigentümer Des Conner und Cath Brown.

Eingepfercht in einem allem Anschein nach viel zu kleinem Käfig und mit einer deutlichen Verletzung im Auge, soll der Ara-Papagei durch seinen Käfig geschwungen sein.

Die Beobachter schlugen Alarm und meldeten den Fall der RSPCA.

Echter Kanarienvogel oder einfach nur Deko?

Vickie McDonald wollte sich den Fall vor Ort genau ansehen. Was sie dann jedoch vorfand, verursachte bei ihr Bauchschmerzen. Allerdings nicht vor Graus, sondern lediglich vor Lachen.

Denn das, was als exotischer Vogel gehalten wurde, stellte sich tatsächlich als Spielzeugattrappe heraus!

Der solarbetrieben Plastik-Vogel hing also auf dem Anwesen der beiden Eigentümer im Käfig. Zugegebenermaßen täuschend echt sah das Tier aus, hatte darüber hinaus zwei sich bewegende Augen, so unter anderem BBC.

Connor und Brown, beides Tierliebhaber und Besitzer von zwei Hunden, konnten es nicht fassen, als Vicki McDonald an ihrer Tür schellte und sie zur Rede stellen wollte, bezüglich dem, was an sie herangetragen wurde.

Connor und Cath: "Wir konnten es nicht glauben"

"Wir konnten es nicht glauben. Der 'Papagei' kam aus einem Geschäft im Ort und der Käfig sogar aus einem Wohltätigkeitsladen", so das Paar. Dabei dachten sie an eine niedliche Verschönerung ihres Gartens, jedoch "hätten wir nie so viel Aufmerksamkeit erwartet."

Auch die Tierschützerin erlebte ein absolutes Novum. In ihrer 20-jährigen Laufbahn ist ihr noch nichts Vergleichbares passiert, so sagt sie.

"Ich habe mit allen möglichen Tier-Notfällen zu tun gehabt, so dass ich mich auch tatsächlich darauf vorbereitet habe, einen echten Papageien vorzufinden", so McDonald.

Auch wenn sie lachen musste, bedankt sie sich dennoch bei den besorgten Menschen. Sie tun ihr zwar ein wenig leid, dass sie dieser Attrappe auf den Leim gegangen sind, jedoch "war ich froh, dass ich mit ihnen Kontakt aufnehmen und sie beruhigen konnte. Vorsicht ist immer besser als Nachsicht."

Die RSPCA ist die älteste und inzwischen größte Tierschutzorganisation der Welt. Weiterhin gehört sie zu den größten Spendenorganisationen der Großbritanniens, mit einem Spendenvolumen von jährlich umgerechnet circa 122 Millionen Euro.

Titelfoto: Uli Deck/dpa ; Screenshot Twitter Blackpool Gazette

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