Tödlicher Virus-Ausbruch im Tierschutzverein! Kontaminiertes Gehege musste verbrannt werden

Halle (Saale) - In den Räumen des Tierschutz Halle e.V. hat sich in den vergangenen Monaten ein schreckliches Szenario abgespielt: Immer mehr Tiere erkrankten und verstarben schließlich auf mysteriöse Art und Weise. Lange war nicht klar, was genau dahintersteckte.

Sowohl Tierärzte als auch Pfleger dürfen sich den Tieren nur in Schutzmontur nähern.
Sowohl Tierärzte als auch Pfleger dürfen sich den Tieren nur in Schutzmontur nähern.  © Facebook/Tierschutz Halle e.V.

Alles begann kurz vor Weihnachten, als die vier Kaninchen Dasher, Cupid, Dancer und Rudolf in die Räumlichkeiten des Tierschutzvereins einzogen.

Sie stammten aus Berlin, wo sie ihr Dasein mit 100 anderen Tieren in einem privaten Haushalt fristen mussten. Zu ihnen gesellte sich in Halle dann noch die Kaninchendame Tonka. Die Tiere litten zu dem damaligen Zeitpunkt unter Kokzidien, Wurmbefall, Zahnproblemen und Milben, sodass es nicht möglich war, sie noch vor den Feiertagen zu impfen.

Dann der Schock: Am 25. Dezember lag Tonka plötzlich tot in ihrem Gehege, die Tierpfleger konnten sich keinen Reim auf ihr unerwartetes Ableben machen.

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Über den Jahreswechsel fielen dann immer mehr Kleintiere negativ auf: Sie fraßen nicht, hatten Schmerzen und zudem auch Fieberschübe.

Allen voran Dancer, die unter Krämpfen und Atemnot litt und schließlich Anfang Januar beim Tierarzt eingeschläfert werden musste. Doch was steckte dahinter?

Die schreckliche Antwort: RHD! Eine unheilbare Viruserkrankung, die hochansteckend für Kaninchen ist - oftmals sogar trotz vorheriger Impfung gegen das Virus. Der Kleintiertrakt in Halle stand von nun an unter strenger Quarantäne, alle drei Stunden wurden sämtliche Tiere im Außengehege überprüft und mit Medikamenten gefüttert.

Dann folgte der nächste Schicksalsschlag: Auch Cupid war nicht mehr zu retten, erlag dem tödlichen Virus.

Hallenser Verein warnt: Impft eure Tiere!

Die gesamte Einrichtung des Außengeheges, die in Kontakt mit dem Virus kam, musste verbrannt werden.
Die gesamte Einrichtung des Außengeheges, die in Kontakt mit dem Virus kam, musste verbrannt werden.  © Facebook/Tierschutz Halle e.V.

In einem verzweifelten Facebook-Beitrag wendet sich der Tierschutzverein nun an Tierbesitzer, insbesondere die Halter von Kleintieren: "Bitte impft eure Tiere! Bitte impft sie gegen Myxomatose, RHD1 und RHD2 mit den entsprechenden Impfstoffen!"

Das Virus überlebe unabhängig von Witterungseinflüssen sowohl im heißesten Sommer als auch im kältesten Winter - auch ohne Wirt. "RHD kann im Futter sein, am Heu sein, im Stroh, an den Schuhen, an den geliebten Erbsenflocken - überall."

In Halle musste nun das gesamte kontaminierte Außengehege geräumt sowie verbrannt und die übrigen Kaninchen in Notgehegen untergebracht werden. Dasher und Rudolf wurden inzwischen notgeimpft und sind nun auf der Suche nach einem liebevollen Zuhause.

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"Aufgrund der Gefahr für die kommenden, leider meist ungeimpften Kaninchen müssen wir unsere Aufnahmekapazitäten zurückschrauben", erklärt der Tierschutz Halle weiter. Derzeit stehe dem Verein lediglich eine Innenquarantäne zur Verfügung, die Pläne für eine Außenquarantäne seien aber bereits in Arbeit.

Dasher und Rudolf stammen aus einer "Animal Hoarding"-Wohnung und suchen nun ein liebevolles, artgerechtes Zuhause.
Dasher und Rudolf stammen aus einer "Animal Hoarding"-Wohnung und suchen nun ein liebevolles, artgerechtes Zuhause.  © Facebook/Tierschutz Halle e.V.

Falls Ihr dem Tierschutzverein unter die Arme greifen und etwas spenden wollt, könnt Ihr dies auf die im Facebook-Post angegebenen Konten tun.

Mit dem Geld soll ein neues Außengehege errichtet werden, sodass die Kleintiere schon bald wieder ein glückliches und vor allem gesundes Leben führen können.

Titelfoto: Montage Facebook/Tierschutz Halle e.V.

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