Video-Chats mit Aalen: Diesen traurigen Hintergrund hat die Aktion

Tokio (Japan) - Internet-Nutzer aus aller Welt können jetzt Videotelefonate mit japanischen Aale führen. Die Aktion hat einen ernsten Hintergrund.

Die Aale in Tokio verstecken sich fast nur noch im Sand. Menschen erkennen sie nicht mehr.
Die Aale in Tokio verstecken sich fast nur noch im Sand. Menschen erkennen sie nicht mehr.  © 123RF/Alexandr Ogurtsov

Das Aquarium im Skytree von Tokio steht vor einem großen Problem: Die dort lebenden Aale verstecken sich zuhauf im Sand, was die medizinische Versorgung der Tiere erschwert.

"Die Tiere im Aquarium sehen keine Menschen mehr außer den Pflegern und fangen an, die Menschen zu vergessen", schreiben die Betreiber des Sumida-Aquarium auf ihrer Website.

Die Verantwortlichen wollen sofort auf die alarmierende Situation reagieren und veranstalten deshalb von Sonntag bis Dienstag ein "Festival des Gesichter-Zeigens".

Dafür stellen die Aquarium-Mitarbeiter zahlreiche Tablet-Computer in den Zuschauerraum vor den Aalen auf und schalten die Videotelefonie-Funktion auf den Geräten frei.

Internet-Nutzer können dann anrufen, ihr Gesicht zeigen und so auch völlig ohne Eintritt zu zahlen, die Aale beobachten.

Aquarium wegen Corona dicht

Der Skytree, in dem sich das Sumida-Aquarium befindet, ist 634 Meter hoch.
Der Skytree, in dem sich das Sumida-Aquarium befindet, ist 634 Meter hoch.  © Max Patzig

Schon seit Anfang März ist das Aquarium im sogenannten Skytree, dem über 630 Meter hohen Fernsehturm im Osten Tokios, zum Schutz vor der Ausbreitung des Coronavirus geschlossen.

Die Fische vergaßen deshalb mit der Zeit, wie Menschen aussehen und das sie ihnen im Aquarium nichts antun wollen und können. Die Aale verstecken sich aus diesem Grund im hohen Sand.

Hunderte Twitter-Nutzer mobilisieren deshalb schon jetzt ihre Anhänger unter dem Hashtag #pleaserememberhumans (deutsch: Bitte erinnert euch an Menschen) zum Mitmachen.

Wie lange Sehenswürdigkeiten in Japan, wie beispielsweise das Sumida-Aquarium, noch geschlossen bleiben müssen, ist momentan noch nicht abzusehen. 

Es ist daher möglich, dass die Aal-Aktion wiederholt wird, wenn sie den gewünschten Effekt erzielt und die kleinen Fische sich anschließend medizinisch betreuen lassen.

Titelfoto: 123RF/Alexandr Ogurtsov

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