Wanderschnecken-Alarm! Schleimer aus Spanien erobert Sachsen

Görlitz - Sie frisst Gemüsebeete im Alleingang: Die Spanische Wegschnecke gilt bei Hobbygärtnern und Landwirten als Schädling. Eine Görlitzer Biologin hat ihren gefräßigen Vormarsch im Blick.

Die kleinen braunen Schleimer breiten sich langsam aber sicher im Freistaat aus. (Archivbild)
Die kleinen braunen Schleimer breiten sich langsam aber sicher im Freistaat aus. (Archivbild)  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

"Selbst in kleinen und mittelgroßen Naturschutzgebieten ist sie schon da", weiß Heike Reise vom Museum Senckenberg für Naturkunde in Görlitz. In Beeten und auf Feldern richtet sie erhebliche Fraßschäden an. Die Vertreterin der Sektion Weichtierforschung warnt: "Der Effekt auf andere Arten ist bis auf sehr wenige Ausnahmen kaum bekannt."

Forschungen in Schweden hätten schon gezeigt, dass die gefräßige Spanierin den Waldbodenbewuchs verschlechtern kann. Heimische Schnecken könnten von ihr verdrängt werden. 1969 im Südwesten der Bundesrepublik angekommen, breitet sich die Spanier-Schnecke bereits seit den 90er-Jahren auch im Osten des Landes aus.

Wer die Schneckenart aus seinem Garten loswerden will, sollte sie daher nicht in den Wald tragen, wo sie sich weiter ausbreiten könne. Auch Lockmittel wie eine Bierfalle seien kritisch, weil dadurch noch mehr Tiere angelockt werden.

Effektiver: die Schnecken in einem Eimer sammeln und mit kochendem Wasser übergießen. Die Tiere sind sofort tot und leiden nicht unnötig.

Titelfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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