Hund zieht dieses Tier auf: Nun denkt es, es sei auch einer von ihnen

Simbabwe - Die kleine Coconut ist etwas ganz Besonderes. Denn Warzenschwein Coconut denkt, sie sei ein Hund. Als Waise aufgewachsen, entwickelte sie eine ungewöhnliche Freundschaft zu einem Hund - und ist seitdem fest davon überzeugt, sie wäre selber einer! 

Warzenschwein Coconut war erst wenige Tage alt, als sie ihre Familie verlor.
Warzenschwein Coconut war erst wenige Tage alt, als sie ihre Familie verlor.  © Instagram/freetobewildsanctuary

Alles begann Ende 2018 in Simbabwe. Baye Pigors, die Gründerin eines Rehabilitations- und Freilassungszentrum für Wildtiere und Primaten, erlebte damals eine besondere Überraschung. 

In ihrem Alltag ist sie es gewohnt, kleinere und größere Tiere in Not bei sich aufzunehmen. Doch diesmal handelte es sich um keine Zebras oder Paviane. 

Stattdessen machte sie Bekanntschaft mit Coconut, einem kleinen Warzenschwein-Frischling.

"Ungefähr ein Jahr zuvor gab es eine große Hitzewelle und einige Leute sahen sie - praktisch leblos - am Straßenrand liegen", meint Pigors im Interview mit The Dodo

Zu jenem Zeitpunkt konnte das kleine Warzenschwein nicht älter als drei Tage sein. 

Ihre Finder brachten das völlig verdurstete Häufchen Elend sofort zu Pigors Einrichtung, wo es schnell wieder aufgepäppelt wurde. Doch Coconut ging es nicht gut. Sie litt unter der Abwesenheit ihrer Familie. Ein liebevoller Ersatz musste her.

Hund Chundu adoptiert Warzenschwein Coconut

Eng aneinander gekuschelt trifft man Coconut und Chundu häufig an.
Eng aneinander gekuschelt trifft man Coconut und Chundu häufig an.  © Instagram/freetobewildsanctuary

Nur wenige Tage nach ihrer Ankunft im Reservat machte Coconut Bekanntschaft mit einem neuen Freund, der alles verändern sollte. 

Chundu, ein Weimaraner, ist der Hund von Baye Pigors Ehemann. Nach einigen Tagen beobachteten sie, wie sich Coconut fest an den stattlichen Hund schmiegte. 

Dieser hatte mit dem kleinen Warzenschwein scheinbar kein Problem und wurde kurzerhand zu einer Art Pflegemutter für den Frischling. Coconut wiederum genoss die Liebe und Aufmerksamkeit, die sie nun von allen um sie herum bekam. 

Die Mitarbeiter des Reservats konnten nun belustigt dabei zuschauen, wie sich diese ungewöhnliche Tierfreundschaft in den kommenden Tagen und Wochen immer weiter entwickelte. 

Bald wurden die beiden unzertrennlich und man traf sie fortan nur noch gemeinsam an.

Baye Pigors sagt: " Sie schliefen zusammen, aßen zusammen und spielten zusammen." Auch würde es den Eindruck machen, als benehme sich Coconut wie die nervige kleine Schwester von Chundu. Immer wieder versucht sie, Grenzen zu überschreiten, nur um zu schauen, was passiert. 

Hund Chundu hingegen sieht das Ganze gelassen. Denn am Ende eines jeden Tages findet man sie erneut kuschelnd in einer Ecke liegen. 

Verkehrte Welt: Coconut denkt nun, sie sei ein Hund

Von den anderen Hunden wurde Coconut bereits fest im Rudel akzeptiert.
Von den anderen Hunden wurde Coconut bereits fest im Rudel akzeptiert.  © Instagram/freetobewildsanctuary

Das intensive Leben unter Hunden führte nun dazu, dass auch das kleine Warzenschwein denkt, es sei ein Hund. 

"Sie hat keine Ahnung, dass sie eigentlich ein Warzenschwein ist. Sie nimmt ihren kleinen Schwanz hoch und wedelt damit hin und her wie ein Hund", erklärt Pigors weiter. Außerdem laufe sie immer freudig zum Tor, um Neuankömmlinge zu begrüßen.

Kurzum, Warzenschwein Coconut hat keinen blassen Schimmer, wie man sich als Warzenschwein verhält. 

Doch das muss sie auch gar nicht, denn mit ihrer schrulligen und verrückten Art hat sie ohnehin jeder in der Gemeinschaft ins Herz geschlossen. 

Warzenschwein Coconut soll wieder ausgewildert werden

Nanu? Klaut das Warzenschwein etwa hier die Mahlzeit von einem Hund?
Nanu? Klaut das Warzenschwein etwa hier die Mahlzeit von einem Hund?  © Instagram/freetobewildsanctuary

Doch wird Coconut nun ein fester Bestandteil der Familie?

Nicht wenn es nach ihren Besitzern geht. 

Demnach soll das kleine Warzenschwein wieder ausgewildert werden, sobald es alt genug ist. In den kommenden sechs bis acht Monaten wird sie auf ihre Freilassung vorbereitet. 

Dabei kommt sie in ein eingegrenztes Reservat, das vor Raubtieren und Wilderern geschützt ist, wie Pigors auf ihrer Instagram-Seite schreibt. 

Auf diese Weise hat sie die Freiheit, ein natürliches Leben zu führen sowie unter Ihresgleichen zu sein, ohne in einen Käfig gesperrt werden zu müssen. 

Außerdem hat die geschützte Freilassung einen weiteren Vorteil. Denn so können Chundu und Coconut sich immer noch regelmäßig sehen und miteinander kuscheln, wenn ihnen in Zukunft noch der Sinn danach steht. 

So bald müssen sich Baye Pigors und ihre Familie jedoch noch nicht von ihrer Coconut trennen. "Die Auswilderung ist ein langer Prozess und wird nur geschehen, wenn sie bereit ist. Deshalb genießen wir im Moment noch jeden Tag, den wir mit ihr um uns herum haben."

Titelfoto: Instagram/freetobewildsanctuary

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