Wegen Corona: Millionen Nerze werden qualvoll "notgeschlachtet"

Dänemark - Unser nördliches Nachbarland hat derzeit ebenfalls mit der um sich greifenden Corona-Pandemie zu kämpfen. Besonders hart trifft es nun zahlreiche Nerzfarmen, wo sich das Virus wie ein Lauffeuer verbreitet.

Nerze zählen zu den bedrohtesten Säugetierarten Europas.
Nerze zählen zu den bedrohtesten Säugetierarten Europas.  © 123rf/pkzoregon

Wie die Tagesschau meldet, sind rund 160 Höfe in Dänemark derzeit betroffen. 

Die Sorge vor einer Mutation des Erregers ist groß. "Wir können mit Genanalysen klar nachweisen, dass sich das Virus vom Menschen auf den Nerz überträgt, dort schnell mutiert und danach seinen Weg wieder zurück zum Menschen findet", meint  Virologe Anders Formsgaard.

Zahlreiche Notschlachtungen sollen dem entgegenwirken - mit fatalen Folgen für Tier und Mensch.

Nerzzüchter Bjarne Pedersen aus der Nähe von Hjørring im Norden Dänemarks berichtet: "Als Selbstständiger bist Du gewohnt, dass Du Dir selbst hilfst. Aber jetzt kann ich nichts mehr machen."

10.000 seiner Tiere werden in den kommenden Tagen von den staatlichen Behörden abgeholt, mit Kohlenmonoxid getötet und danach vollständig verbrannt.

Mehr als einer Million Nerze steht das gleiche Schicksal noch bevor. Karsten Aagaard, Mitarbeiter des regionalen Veterinäramtes, ist deshalb gerade im Dauereinsatz. 

Seit Anfang Oktober haben sich Corona-Fälle auf Nerzfarmen massiv erhöht

In Dänemark müssen nun aus Angst vor einer Corona-Übertragung Millionen Tiere getötet werden.
In Dänemark müssen nun aus Angst vor einer Corona-Übertragung Millionen Tiere getötet werden.  © Sergei Grits/AP/dpa

Seit Anfang Oktober sind die Corona-Fälle auf den Nerzfarmen explodiert - und das, obwohl bereits zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen unternommen wurden. Züchter dürfen etwa nur noch mit Mund-Nasen-Schutz die Ställe auf ihren Farmen betreten.

Sobald das Virus nachgewiesen wurde, muss der gesamte Zuchtierbestand des betroffenen Standortes und aller Betriebe, die in einem Umkreis von knapp acht Kilometern liegen, vernichtet werden.

Doch diese Maßnahmen haben laut Anders Formsgaard von der Staatlichen Behörde für Infektionskrankheiten in Kopenhagen offenbar nichts bewirkt. Fast täglich gibt es neue Verdachtsfälle.

Erstmals bekannt wurde eine Übertragung des Virus auf die Vierbeiner schon im April diesen Jahres. In den Niederlanden wurde der Erreger im Mai erstmals von Tier zu Mensch weitergegeben.

Vermutungen darüber, wie sich die Nerze mit Corona infizieren, gibt es einige: Manche vermuten, der Mensch übertrage die Krankheit. Andere schätzen, dass andere Wildtiere die Übeltäter sind.

Die Nerze selbst überstehen eine Infektion ohne große Komplikationen. 

Titelfoto: Sergei Grits/AP/dpa

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