Alles menschenleer: Kommt jetzt der Wolf in die Stadt?

Dresden - Wegen der jetzt oft menschenleeren Straßen regen sich neue Ängste vor dem Wolf: Ist das Corona-Kontaktverbot ein gefundenes Fressen für Wölfe? Erobert das Raubtier jetzt neue Reviere in Dörfern und Städten?

"Vorsichtige, scheue Tiere": Meister Isegrim hat in diesem Monat im Freistaat schon 28 Tiere gerissen.
"Vorsichtige, scheue Tiere": Meister Isegrim hat in diesem Monat im Freistaat schon 28 Tiere gerissen.  © imago/imagebroker

Schon in Vor-Corona-Zeiten, als reger Verkehr über die Straßen rauschte und in Stadt und auf dem Land viele Fußgänger unterwegs waren, wurden Wölfe auch mal am Tage in Ortsnähe gesichtet - so wie Füchse, Rehe und Wildschweine auch. 

Wagen die sich jetzt aufgrund der leergefegten Straßen öfter in Siedlungen?

Karin Bernhardt, Sprecherin beim Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, gibt Entwarnung: "Wölfe sind von Natur aus sehr vorsichtige, scheue Tiere, die den Menschen weitestgehend aus dem Weg gehen. Das wird sich auch in den nächsten Wochen nicht ändern, in denen eine Ausgangsbeschränkung verhängt wurde."

In seltenen Fällen würden sich Wölfe auch weiter in Siedlungsbereiche verirren, doch dann versuchen, "schnell einen Ausweg zu finden, um wieder in ihr gewohntes Umfeld zu flüchten - in den Wald, auf Wiesen und Felder". 

Viele Wölfe im Freistaat bekannt

Neue Angst vorm bösen Wolf: Locken leere Straßen jetzt die Wölfe in die Siedlungen?
Neue Angst vorm bösen Wolf: Locken leere Straßen jetzt die Wölfe in die Siedlungen?  © imago images/photothek/Florian Gaertner

Bernhardt: "Es ist vielmehr zu erwarten, dass es in der nächsten Zeit zu weniger Sichtungen und Begegnungen zwischen Wolf und Mensch kommen wird, weil weniger Leute unterwegs sind."

Auch die Schäden durch Wolfsbisse hätten nicht zugenommen. Bernhardt: "Die Schäden sind nicht Corona-abhängig." Allein im März wurden bislang 28 Schafe und Damwild (in Gehegen) nachweislich von Wölfen totgebissen, sechs verletzt. 

Im Beobachtungszeitraum 2018/19 wurden im Freistaat 22 Rudel, vier Paare und ein Einzeltier nachgewiesen, deren Territorien größtenteils in Sachsen liegen.

Titelfoto: imago images/photothek/Florian Gaertner, imago/imagebroker

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