Drei Kleinpferde in zwei Wochen gerissen: Wolf in Schermbeck unter Verdacht!

Schermbeck/Wesel/NRW - Erneut wurden Kleinpferde im Wolfsgebiet Schermbeck bei Wesel gerissen. Insgesamt starben innerhalb der letzten zwei Wochen drei Tiere, wie das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) mitteilte.

Rund um Schermbeck bei Wesel leben mehrere Wölfe. (Archivbild)
Rund um Schermbeck bei Wesel leben mehrere Wölfe. (Archivbild)  © Lino Mirgeler/dpa

"Am 11. und 20. Oktober 2021 sowie am heutigen Tag, 22. Oktober, wurde im Wolfsgebiet Schermbeck jeweils ein Kleinpferd gerissen, ein weiteres wurde am 21. Oktober am Hinterlauf verletzt. Alle Rissumstände deuten auf Wölfe als Verursacher hin", teilte ein Sprecher des LANUV mit.

Experten untersuchen jetzt anhand von DNA-Spuren ob ein Wolf oder ein anderes Tier die Kleinpferde getötet hat.

Seit 2018 ist bekannt, dass sich im Raum Schermbeck zunächst die Wölfin "Gloria" mit der amtlichen Kennung GW954f und ab 2020 ein Rudel mit zwei Erwachsenen und einer jährlich schwankenden Zahl von Welpen niedergelassen habe.

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Die Wölfe reißen vor allem Rehe, Schafe und eben auch kleinere Pferde.

Wölfin Gloria soll inzwischen bis zu 140 Weidetiere am Niederrhein gerissen haben. Dabei habe das Tier auch regelmäßig Stromzäune von 1,20 Meter überwunden.

Besonders betroffen ist ein Schäfer der Region. Er klagte bereits vor Gericht und verlangte den Abschuss des Wolfes, da seine Schafherde regelmäßig angegriffen und Tiere getötet wurden.

Das Gericht lehnte ab und begründete dies unter anderem damit, dass das Tier im Jahr 2020 kaum übergriffig geworden sei. Allerdings sind auch noch weitere Tiere in dem Gebiet nachgewiesen worden.

LANUV: Halter sollen ihre Tiere mit Zäunen besser schützen

Das LANUV betont immer wieder die Aufgabe der Tierhalter, Schutzzäune gegen die Wölfe zu errichten.

Staatssekretär Heinrich Bottermann teilte am Freitag nach den neuerlichen Attacken mit: "Umso wichtiger ist es, die Weiden mit potenziell gefährdeten Haus- und Nutztieren, das sind neben Schafen, Ziegen und Gatterwild auch Kleinpferde, wolfsabweisend zu zäunen und in den dunklen Tag- und Nachtstunden in einen Stall zu verbringen."

Bei der Landwirtschaftskammer steht für Betroffene eine Hotline zur Herdenschutzberatung bereit.

Bereits im Januar 2021 und November 2020 wurden Shetland-Ponys in dem Gebiet um Schermbeck gerissen.

Das etwa 150 Kilogramm schwere tote Pony sei mehrere Meter weggezogen worden, berichtete im Januar ein Zeuge. Anfang November 2020 hatte das Lanuv den ersten Fall eines von Wölfen gerissenen Ponys in dem Gebiet bestätigt.

Titelfoto: Lino Mirgeler/dpa

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