Tierhalter in Sachsen sehen ihre Zucht bedroht: Jäger wollen endlich Wölfe abschießen

Dresden - Weniger Wolf, mehr Schutz für Weidetiere. Das forderten am gestrigen Donnerstag sechs Landwirtschaftsverbände unter Führung des sächsischen Landesbauernverbandes (SLB) anlässlich des bevorstehenden "Tags der Weidetiere".

Wilhelm Bernstein (66), Vizepräsident des sächsischen Landesjagdverbands, fordert eine "gezielte Entnahme".
Wilhelm Bernstein (66), Vizepräsident des sächsischen Landesjagdverbands, fordert eine "gezielte Entnahme".  © Ove Landgraf

Wölfe seien in Sachsen nicht mehr vom Aussterben bedroht, sagte Wilhelm Bernstein (66), Vizepräsident des Landesjagdverbands. Angesichts der jährlich anwachsenden Zahlen gehe es jetzt um ein Wolfsmanagement, das vor allem, aber nicht nur "die Entnahme von übergriffigen Wölfen" ermöglichen müsse, so Bernstein. Also den Abschuss!

Die Angst vor dem Wolf unter den Weidetierhaltern sei groß, betonte Regina Walther (49) vom Schaf- und Ziegenzüchterverband. Allein in diesem Jahr seien 34 Übergriffe auf insgesamt 84 Weidetiere dokumentiert. 25 Übergriffe seien als "hinreichend sicher" dem Wolf zuzuordnen. "Deshalb fordern wir eine Regulierung des Wolfes."

Wölfe reißen vor allem Schafe, machen in seltenen Fällen aber auch vor Alpakas und Pferdefohlen nicht halt, hieß es.

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Ein Nachweis über ein vom Wolf gerissenes Fohlen konnte bisher für Sachsen jedoch nicht geführt werden.

28 von 113 deutschen Rudeln leben in Sachsen

In Sachsen längst nicht mehr allein und nicht mehr nur im Wald unterwegs: der Wolf.
In Sachsen längst nicht mehr allein und nicht mehr nur im Wald unterwegs: der Wolf.  © dpa/Swen Pförtner

In den vergangenen beiden Jahren gab es laut Fachstelle Wolf beim Landesumweltamt 28 Rudel und drei Paare. Für ganz Deutschland geht die Beratungsstelle des Bundes aktuell von 113 Rudeln aus.

Im Hinblick auf die beginnende Weidesaison hatte die Fachstelle Wolf Tierhalter dazu aufgerufen, ihren Herdenschutz zu überprüfen und wirkungsvolle Schutzmaßnahmen aufzubauen.

Titelfoto: dpa/Swen Pförtner

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