Wunder der Evolution: Warum sehen weibliche Kolibris plötzlich so aus wie Männchen?

Panama - Die Welt der Kolibris mag niedlich aussehen, aber sie steckt voller Aggression. Um sich besser zu schützen, haben einige Weibchen nun eine erstaunliche Anpassung entwickelt.

Bei den Jakobiner-Kolibris (Florisuga mellivora) scheinen sich einige Weibchen (r.) allmählich dem Aussehen der Männchen (l.) zu nähern.
Bei den Jakobiner-Kolibris (Florisuga mellivora) scheinen sich einige Weibchen (r.) allmählich dem Aussehen der Männchen (l.) zu nähern.  © Montage: 123RF/elenapodolnayaer, 123RF/martinpel

Mehr als 350 Arten umfasst die vielfältige Familie der Nektar fressenden Vögel aus Süd-, Mittel- und Nordamerika.

Im mittelamerikanischen Panama haben US-Forscher nun eine interessante Entdeckung gemacht.

Die Wissenschaftler fingen mehr als 400 weißhalsige Jakobiner-Kolibris ein und stellten fest, dass mehr als ein Viertel der Weibchen ein ähnlich auffälliges Gefieder wie die Männchen entwickelt hatte.

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Die Weibchen zeigten sich somit sehr untypisch mit schillernden blauen Köpfen, strahlend weißen Schwänzen und weißen Bäuchen.

Die Experimente der Tierforscher legten nahe, dass das auffällig männlich wirkende Gefieder den Weibchen half, das aggressive Verhalten ihrer männlichen Artgenossen während der Fütterung zu vermeiden - wie etwa Picken und Flügelschlagen.

Ornithologen zeigten sich von ihrem Fund begeistert, den sie als evolutionäre Weiterentwicklung des Gefieders werteten. Normalerweise besitzen alle Jakobiner-Kolibri-Weibchen ein eher tristes Gefieder mit gedämpften Grün-, Grau- oder Schwarztönen.

Evolutionäre Entwicklung mit sozialer Ursache: Kolibri-Weibchen nehmen das Gefieder der Männchen an

Allgemein wurde in der Wissenschaft bislang angenommen, dass viele Vogelarten ihr dekoratives, auffälliges Gefieder als Funktion der Konkurrenz um Partner entwickelt haben.

Die Forschungsergebnisse aus Panama lassen neben der sexuellen Dimension nun auch eine soziale zu: Das starke Konkurrenzverhalten der Kolibris, wenn es um Nahrung geht.

Jay Falk, Erstautor der Studie und Postdoktorand an der University of Washington in Seattle, erklärte gegenüber Guardian: "Im Allgemeinen halten die Leute Kolibris für winzige kleine Feen, die Nektar von Blumen trinken. Aber sie kämpfen ständig miteinander, Aggression ist ein großer Teil ihres Lebens."

Titelfoto: Montage: 123RF/elenapodolnayaer, 123RF/martinpel

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